Medienspiegel

Über lästige Einbrecher und machtlose Polizisten

Harald Martenstein

„Mit Einbrechern habe ich eigentlich immer Glück. Sie brechen die Tür auf, nehmen etwas mit und gehen wieder, fertig. Verwüstungen gab es noch nie. Meine Einbrecher sind, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, gute Jungs.

In den letzten Jahren ist bei mir drei Mal eingebrochen worden. Der Einbruch, aktiv ausgeführt oder passiv erlitten, gehört zum Berliner Lifestyle. Nach einem Einbruch kommt die Polizei. Die Polizistinnen und Polizisten sind immer sehr nett, diese kleine Plauderei mit der Polizei ist der angenehmste Teil bei einem Einbruch. Sie erzählen von all den anderen Einbrüchen, während sie routiniert nach Fingerabdrücken suchen. Fast jede Bande hat ihre eigene Handschrift, wie ein Künstler. Die Polizisten erwischen so gut wie nie jemanden, das sagen sie einem auch. Die Wohnung total zu sichern ist nahezu unmöglich, sie sehr gut zu sichern kostet einen Haufen Geld. Ich schütze mich, indem ich nichts Wertvolles besitze. Man sollte aber immer etwas Geld auf den Küchentisch legen, wenn man ausgeht, so was wie 100 Euro, dann sind die Einbrecher zufrieden und bleiben friedlich. Jetzt hat ein gewisser Draghi in der EU die Zinsen auf null gesenkt, die EU will, dass ich mein Geld abhebe und teure Sachen kaufe. Tut mir leid, das kann ich nicht machen.“ (…)

http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/16/harald-martenstein-einbruch-diebstahl