Anschlag auf Sikh-Tempel

Löwen und Prinzessinnen

Bis vor zwei Monaten lebten Sikhs in Deutschland unbemerkt von der Mehrheitsgesellschaft. Dann kam der Terroranschlag auf das Gemeindezentrum in Essen. Wie sieht es dort jetzt aus? Ein Ortsbesuch.

30.06.2016, von Charlotte Sophie Meyn

„Insgesamt leben in Deutschland ungefähr 25.000 Anhänger der fünftgrößten Religion der Welt. Sie unterhalten ungefähr dreißig Gemeindezentren, Gurdwara genannt. Der Sikhismus kennt keinen Missionsgedanken, auch wenn Konvertiten willkommen sind. Toleranz gegenüber anderen Religionen gehört zu den Grundprinzipien. Die Gurdwara finanzieren sich selbst, jeder Sikh spendet zehn Prozent seines Einkommens. Bis zum 16. April 2016 lebten Deutschlands Sikhs weitgehend unbemerkt von der Mehrheitsgesellschaft. Wer keine Probleme macht, keine Ansprüche stellt, fällt nicht auf.“

„An jenem Tag aber wurde der Gurdwara, in dessen Vorstand Singh sitzt, Ziel eines islamistischen Anschlags. Ein Sprengsatz explodierte im Vorraum des Gemeindezentrums, in dem gerade das Team zusammensaß, das die Parade, die für die nächste Woche geplant war, organisieren sollte. Drei Menschen wurden verletzt. Es hätte noch schlimmer kommen können: Nur kurz zuvor war eine Hochzeit im Gurdwara mit 200 Gästen zu Ende gegangen. Die Ermittlungen dauern an, zunächst war von zwei Tätern ausgegangen worden. Mittlerweile hat man entdeckt, dass die beiden Jugendlichen sich in einer WhatsApp-Gruppe austauschten und somit mindestens zwölf Menschen über den Anschlag Bescheid wussten.“ (…)

http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/wie-leben-sikh-in-deutschland-nach-anschlag-in-essen-14315299.html

Ein Leserkommentar:

Alex Porch  3  (APorch) – 30.06.2016 08:54

Die Sikhs scheinen dem Text nach in Deutschland gut integriert, tolerant und sorgen für ihren eigenen Unterhalt. Das hebt sie positiv von einigen anderen ab und macht sie mir nach dem Lesen dieses Textes sympathisch. Hier pflege ich daher gerne eine Willkommenskultur.“