Medienspiegel

Appeasement-Politik

Günter Buchholz

Der neoliberalisierte globalisierte Kapitalismus und der Islam (hier im Sinne einer soziopolitischen Doktrin) bilden global eine widersprüchliche Einheit, deren Konflikte durch asymmetrische gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Weltmacht USA und deren Verbündeten und zugleich durch eine Expansion des Islams als Religion & Lebensweise in nichtmuslimischen Gesellschaften in Afrika, Amerika und Europa geprägt sind.

Der islamische Terrorismus war und ist Ausdruck des in Saudi-Arabien zentrierten islamfaschistischen Untergrund-Aufstands gegen die Weltmacht, und diese hat mit der Drohnenstrategie eine anscheinend wirksame Gegenstrategie entwickelt.

Europa verleugnet diesen Konflikt 

Zugleich besteht in Europa eine Weigerung, diesen asymmetrischen globalen Krieg als solchen wahrzunehmen und angemessen zu begreifen. Er wird zum einen allgemein als solcher verleugnet, d. h. es gibt ihn dadurch im europäischen Bewußtsein zwar nicht, sehr wohl aber außerhalb desselben.

Die Verleugnung betrifft zum anderen auffälligerweise und ganz überwiegend den klerikalfaschistischen Charakter der islamischen Seite, obwohl dieser zum Beispiel in Saudi-Arabien und im Iran offensichtlich ist. Der Islam wird im Bewußtsein verharmlost, bagatellisiert, freundlich begrüßt, verniedlicht und romantisiert, und mit all dem komplett mißverstanden. Es besteht bereits, wenngleich wohl meist nicht bewußt, sich also subjektiv anders – zum Beispiel islamophil oder tolerant – darstellend, ein breites europäisches Dhimmitum.

Die offene Frage lautet: Wie kommt es insbesondere in Europa kontrafaktisch zu dieser Verleugnung? Aus einem Mißverständnis des Islam? Oder aus – sehr verständlicher – Angst vor dem Krieg? Oder hat Europa aus Angst bereits kapituliert?

Bei einem Blick in die Geschichte stößt man auf den Begriff der Appeasement-Politik. Er trifft das Problem, weil Europa gegenüber der islamischen Welt offenkundig diese Politik betreibt. Gegenüber Faschismen ist, das lehrt die Geschichte, eine Appeasement-Politik jedoch illusionär:

„Der Begriff Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik, von englischto appease, französischapaiser, ‚besänftigen‘, ‚beschwichtigen‘, ‚beruhigen‘) bezeichnet eine Politik der Zugeständnisse, der Zurückhaltung, der Beschwichtigung und des Entgegenkommens gegenüber Aggressionen zur Vermeidung von Konflikten.

Inhaltsverzeichnis

https://de.wikipedia.org/wiki/Appeasement-Politik

und in einer weiteren Quelle heißt es:

„Das Münchner Abkommen 1938“

(…) „Entscheidend für den weiteren Verlauf der Krise war das Verhalten Großbritanniens, das sich erhoffte, durch Zugeständnisse den Frieden in Europa erhalten zu können. Hierfür war es bereit, mit Deutschland über Grenzveränderungen in Ostmitteleuropa zu verhandeln, zumal es die restriktive Minderheitenpolitik der Tschechoslowakei missbilligte. Nachdem Hitler Anfang September 1938 öffentlich einen deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei androhte, traf der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain als Vermittler am 15. September zu persönlichen Gesprächen auf dem Obersalzberg ein. Am 22. September akzeptierte er auf der Godesberger Konferenz Hitlers Forderung nach Abtretung des Sudetengebiets an das Deutsche Reich. Als Hitler daraufhin den sofortigen Einmarsch der Wehrmacht und eine Volksabstimmung über die staatliche Zugehörigkeit in einem nicht genau umrissenen Territorium verlangte und diese ultimativ mit dem 28. September 1938 verknüpfte, schien ein Krieg unvermeidbar. Die britische Regierung bat daraufhin den italienischen Diktator Benito Mussolini um Vermittlung. Hitler, Mussolini, Chamberlain und der französische Premierminister Edouard Daladier trafen sich am 29. September in München; weder die Tschechoslowakei noch deren Bündnispartner Sowjetunion waren eingeladen.

Claudia Prinz
2. Mai 2002

https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/aussenpolitik/muenchner-abkommen-1938.html

Ergänzend hierzu:

https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_Abkommen