Medienspiegel

Binnenmigration innerhalb der EU ist Grund für Brexit

Stefan Groß

„Migranten werden sehr rasch in den Sozialstaat des Ziellandes integriert. Hier muss gegengesteuert werden.“

„Während die einen Großbritanniens Austritt aus der EU verteufeln, Boris Johnson, möglicher Cameron-Nachfolger, und Nikel Farage, Vorsitzender der UK Independence Party, am liebsten an den Pranger oder auf den Scheiterhaufen stellen würden, den Rauswurf der englischen EM-Elf geradezu frenetisch feierten, warnt der ehemalige und langjährige Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, davor, die Briten für den Brexit abzustrafen.“ (…)

„Die Armutsmigration sei, so Sinn, bei der Entscheidung der Briten der Auslöser für die anti-europäische Stimmung gewesen. Doch dies wurde seitens der Politiker „weitgehend totgeschwiegen“, obwohl den Politakteuren bewusst gewesen sein muss, dass „das europäische System der Freizügigkeit und die Integration in die Sozialsysteme anderer EU-Länder (…) wie Magneten auf Armutsmigranten“ wirken. Für Sinn ist Europa bereits seit längerer Zeit eine Sozialunion. Denn: „Migranten werden sehr rasch in den Sozialstaat des Ziellandes integriert. Hier muss gegengesteuert werden.“

http://www.theeuropean.de/stefan-gross/11104-keine-europaeische-haftungsunion

Kommentar GB:

Ein paralleles Argument könnte es sein, auf den Konkurrenzaspekt der Immigration hinzuweisen, insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt, in urbanen Zentren ebenso auf den Wohnungsmarkt.

Es entspricht völlig der allgemeinen Marktlogik, aufkommende Konkurrenz möglichst zu vermeiden, indem, wie in diesem Fall, Immigration unterbunden wird. Die sogenannten „kleinen Leute“ können daher kein Interesse an Immigration haben, insbesondere nicht an einer gänzlich ungesteuerten Immigration, weil ihre Lage dadurch verschlechtert wird.

Dabei ist die EU-interne Migration im Vergleich mit der Immigration in die EU vergleichsweise unproblematisch. Denn bei letzterer kommen tiefgehende kulturelle Differenzen hinzu, die nicht immer, aber häufig zu Problemen führen, wie die Erfahrung gelehrt hat.

Am deutlichsten erkennbar wird das an dem in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in aller Stille eingeleiteten schleichenden Islamisierungsprozeß Europas, weil bei diesem die Immigration nur eine von mehreren Dimensionen des Geschehens darstellt.