Medienspiegel

Der asymmetrische Krieg und das Personal der Macht

von

„Eine persönliche Erinnerung zuerst: 1985/86 verübte die RAF mehrere Attentate und ermordete je einen Industriellen, Manager und Ministerialbürokraten. Ich war Student und verdiente Geld als Pförtner bei der KfW. Als sich ein großer Lastwagen bei der Einfahrt verirrte und nicht wenden konnte, öffnete ich, um Platz zu schaffen, die Schranke. Der Wagen eines Vorstands fuhr zeitgleich vor, über die herabgelassene Fensterscheibe hinweg schnauzte mich der Vorstand an, was mir einfiele. Der Laster könnte ja Sprengstoff geladen haben. Ich hatte nicht im Traum an so etwas gedacht. Da wurde mir klar, dass der Vorstand Angst hatte. Der Terror der RAF hatte Wirkung gezeigt und die Bosse waren bei Arbeitskämpfen zeitweilig milder geworden.“

„Die jüngsten Attentatsopfer von sowohl Orlando als auch Birstall wurden in pietätloser Weise sofort instrumentalisiert. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den beiden Attentaten.

Tendenziöse Instrumentalisierung von Attentaten

Der erste Unterschied liegt nicht nur in der Anzahl der Getöteten, sondern vor allem in der Art ihrer Instrumentalisierung. Manche Ermordeten wie die Passagiere des über dem Sinai  gesprengten russischen Flugzeugs werden (im Westen) einfach schnell vergessen, es waren ja Russen. Auch aktives Vergessen ist Instrumentalisierung. Die Ermordeten von Orlando nahm Donald Trump rational durchaus nachvollziehbar zum Anlass, über die Einwanderungspolitik gegenüber Muslimen und die Überwachung ihrer (Moscheen genannten) religiös-politischen Gemeindezentren nachzudenken, Hillary Clinton fiel nur ein, eine Verschärfung des Waffengesetzes zu fordern, als hätte es sich um einen Amoklauf unter anderen gehandelt. (Aber sie wird ja auch von Saudi-Arabien unterstützt.)“ (…)

„Natürlich ist islamischer Terror ebenfalls „rechts“, denn das gesamte religiös-ideologische Gebäude hat mehr als nur Ähnlichkeit mit faschistischen Konzepten. Und wer wollte ernsthaft bezweifeln, dass die Attentäter von „Charlie Hebdo“, vom „Bataclan“, von Brüssel organisiert waren, genuin politische Motive gehabt hatten und als Fische im Meer unzähliger Sympathisanten schwimmen? Dem Westen ist der Krieg erklärt worden und die Angriffe werden sich fortsetzen. Ja, und auch hinter dem Einzeltäter von Orlando steht eine echte Organisation, die ihm vorbildlich war. Warum wird aus dem islamischen Terror keine Konsequenz gezogen, zuallererst hinsichtlich der „Flüchtlings“-Politik und im Umgang mit dem Islam?“(…)

„Es war einmal im Deutschland der 70er und 80er Jahre tatsächlich so, dass Politiker und Banker gefährdeter waren als „normale“ Bürger. Doch von der BRD-offiziellen Sprachregelung wird genau diese Tatsache verschleiert.“ (…)

„Nur eine Bedrohung der politischen Klasse hat dazu geführt, dass auf breiter Front, einschließlich Berufsverboten und medialer Propaganda, gegen die der RAF zugrundeliegende Ideologie gekämpft wurde. Die Finanzierung durch die DDR war bekannt und wurde ebenfalls angegangen. Es wurde von Seiten der Regierung in der deutschen Bevölkerung eine Art Hysterie aufgebaut, die auch gegenüber einer Terrortruppe von mehreren Hundert Menschen übertrieben war. Heute hingegen gehen die Sympathisanten der islamischen Attentäter in die Zehn-, wenn nicht Hunderttausende und die Zahl der Kämpfer selbst dürfte im Bereich mehrerer Tausend liegen – eine ganze Armee, wohlfinanziert aus dem arabisch-muslimischen Ausland. Nirgendwo sehe ich eine breite Front gegen die dem islamischen Terror zugrundeliegende Ideologie. Der Staat setzt zuverlässig seit Jahrzehnten auf Appeasement. Der Politikwissenschaftler Bassam Tibi wirft derweil das Handtuch: Der Kopftuch-Islam hat gewonnen. Kein Wunder, wenn er mit seinen Attentätern wie in Butter schneidet. Doch warum ist das so?“

„Ein Sieg des Islam wäre keine Bedrohung des politisch-ökonomischen Personals

Es liegt am Hauptfehler der offiziellen Sprachregelung. Warum könnte ich als „normaler“ Bürger vor dem heutigen islamischen Terror mehr berechtigte Angst haben als ich vor dem damaligen der RAF hatte? Horst Herold, der ehemalige BKA-Chef, zog am 20. Mai 2000, nach der Selbstauflösung der RAF, folgende Bilanz in der „Süddeutschen Zeitung“: 67 Tote, 230 Verletzte, 250 Millionen Euro Sachschaden, 31 Banküberfälle mit einer Beute von 3,5 Millionen Euro, ungezählte Milliarden für die Bekämpfung, mehr als eine Million Asservate im Polizeiarchiv, elf Millionen Blatt Ermittlungsakten und am Ende 517 Personen verurteilt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, 914 wegen Unterstützung. Diese zweifellos schreckliche Bilanz verbirgt aber die Tatsache, dass der Terror der RAF noch vergleichsweise gezielt war, wenn man ihn mit dem islamischen Terror vergleicht, der inzwischen allein in Europa in kürzerer Zeit weit mehr Todesopfer gefordert hat – meist „sozial Niedriggestellte“, wie Hefty zu formulieren beliebt, also „normale“ Bürger. Der islamische Terror ist hemmungslos, trifft aber nicht die politisch-ökonomische Elite. Während innerhalb der RAF – fragwürdig, aber immerhin – darüber diskutiert wurde, ob auf „Fahrer und Polizisten“ geschossen werden dürfe, geht man nicht fehl in der Annahme, dass in radikalislamischen Kreisen solche Diskussionen erst gar nicht stattfinden. Damals war eine Flug- oder Bahnreise ebenso gefahrlos wie ein Besuch des Weihnachtsmarkts, heute dagegen nicht. Mit anderen Worten: Der islamische Terror betrifft mich eher als die politische Klasse, und deshalb nimmt sie ihn auch nicht so wichtig wie den Terror der RAF. Das ist ein Fehler, denn hier handelt es sich ebenso um einen ideologischen Kampf. Und dieser Kampf wird vermieden.“

(…) „Ein Sieg der RAF – realistisch nur mit Unterstützung der Sowjetunion – hätte nicht nur ideologisch das bundesdeutsche Staats- und Wirtschaftswesen ersetzt, sondern auch dessen politisches und wirtschaftliches Personal. Ein Sieg der radikalen Moslems – mittlerweile demographisch durch eine Zunahme der Mitläuferzahl durchaus denkbar – wäre weder für das Wirtschaftssystem noch für das politische und wirtschaftliche Personal zwangsläufig eine Bedrohung. Es wird sich hier zeigen, ob Werte wie Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit ebenso vehement verteidigt werden wie das Personal der Macht.“  (Hervorhebungen GB)

http://www.freiewelt.net/blog/der-asymmetrische-krieg-und-das-personal-der-macht-10067524/

Kommentar GB:

„Ein Sieg der radikalen Moslems – mittlerweile demographisch durch eine Zunahme der Mitläuferzahl durchaus denkbar – wäre weder für das Wirtschaftssystem noch für das politische und wirtschaftliche Personal zwangsläufig eine Bedrohung.“

Diese Einschätzung ist m. E. sehr, sehr fraglich:

sie beschreibt aber womöglich zutreffend die den Islam betreffende Fehleinschätzung des Islams seitens der europäischen Eliten.

Man glaubt anscheinend, es ginge ohne Konversion – mit all ihren Konsequenzen – ab, wenn es ernst würde. Oder man verdrängt psychisch diesen bedrohlichen Aspekt.

Dass es solch eklatante Fehlbeurteilungen gibt, kann derzeit ganz offen an der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) abgelesen werden, bei der man sich als Beobachter fragt, wie es zu einer derartig krassen Fehlwahrnehmung angesichts des Standes der wisssenschaftlich-orientalistischen Erkenntnisse kommen kann. Es entsteht der Eindruck, als würde all das nicht gelesen und zur Kenntnis genommen,  nicht einmal von den amtlich dazu verpflichteten Personen, die sich anscheinend damit begnügen, den lügenhaften Versicherungen einer islamischen Autorität aus Kairo Glauben zu schenken. Siehe:

EKD bezeichnet Luthers »solo Christus« als »polemisch, einseitig, schemenhaft«

Eine normativ-islamische Wirtschaft wäre z. B. gewiß nicht identisch mit der jetzt existierenden neoliberal geprägten kapitalistischen Ökonomie, insbesondere nicht im Bereich von Geld, Kredit und Banken. Es käme mindestens zu deutlichen Modifikationen, die von der hiesigen Sekte der Gesellianer vermutlich begrüßt werden würde.

Wir leben in einer Zeit des historischen Übergangs, und eine der Latenzen, die in ihr mittels Milliarden von Petrodollars, politischer Konspiration und aller Gewalt zur Realität drängt, ist der

Islam-Totalitarismus, der Faschismus des 21. Jahrhunderts.

Er ist die kommende, die täglich sichtbar sich verwirklichende Barbarei.

Und diese ausgesprochen bösartige, barbarische Variante der historischen Entwicklung muß unter allen Umständen bekämpft und verhindert werden. Jetzt!

Siehe ergänzend:

https://le-bohemien.net/2016/04/07/integration-islam-moderne/

https://le-bohemien.net/2015/01/09/immigration-aufklaerung-statt-diffamierung/