Der Reichtum der Reichen

Warum die Reichen immer reich bleiben werden

Die reichsten Familien sind die gleichen wie vor 600 Jahren. Das haben Wissenschaftler nun für Florenz nachgewiesen. In anderen Ländern ist es ähnlich. Wohlstand vererbt sich stärker als Körpergröße.

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„Um Florenz kreiste einst die gesamte europäische Wirtschaft. Im 15. Jahrhundert war es das Zentrum des Handels und des Finanzwesens. Mächtige Familien beherrschten die Metropole, stritten und kämpften um Einfluss, häuften Reichtümer an. Heute ist vom einstigen Glanz nur noch das architektonische und kulturelle Erbe übrig, das jedes Jahr Millionen Besucher anzieht. Doch noch etwas hatte Bestand: Die reichsten Familien von Florenz sind heute noch die gleichen wie vor 600 Jahren.

Das jedenfalls ist das Ergebnis einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung zweier Ökonomen der italienischen Notenbank. Demnach kommen die wohlhabendsten Bürger der Stadt aus denselben Sippen, die Florenz schon im Mittelalter ökonomisch beherrschten. Das scheint erstaunlich, ist es letztlich aber doch nicht. Denn ähnliche Beobachtungen gibt es auch aus anderen Ländern. Und selbst in Deutschland gibt es eine erstaunliche Kontinuität bei den oberen Zehntausend.“  (…)

Marko Reimer und Utz Schäffer von der WHU Otto Beisheim School of Management untersuchten im vergangenen Jahr in einer Studie die Herkunft von mehr als 600 Topmanagern aus börsennotierten deutschen Unternehmen. Ergebnis: Über die Hälfte der Vorstände entstammt dem Bürger- und Großbürgertum, nur 29 Prozent der Mittelschicht und 14 Prozent der Arbeiterklasse. Die Mittelschicht ist also nach wie vor stark unterrepräsentiert.

Dennoch werten die Autoren dies als Fortschritt. Die Ergebnisse zeigten, „dass die Vorstandsebenen offener für Personen seien, die sozial aufgestiegen sind, als es oft angenommen wird“. Der familiäre Hintergrund reiche nicht mehr aus, Leistung spiele eine entscheidendere Rolle. Sie stellen aber auch fest: „Der Weg an die Spitze ist wesentlich schwerer aus den mittleren und unteren gesellschaftlichen Schichten.“ Das hat sich seit dem 15. Jahrhundert nicht geändert.

http://www.welt.de/finanzen/article156001603/Warum-die-Reichen-immer-reich-bleiben-werden.html

und, als Beispiel:

http://blog.arbeit-wirtschaft.at/die-verteilung-des-oesterreichischen-stiftungsvermoegens/

Literatur:

Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert, Beck: München 2014

Kommentar GB:

Die bürgerlichen Gesellschaften der Neuzeit waren und sind stratifiziert, sie sind nach wie vor Klassengesellschaften, auch wenn die Strukturen dieser Schichtungen modifiziert werden.

Alle soziale Schichtungen bestehen aus Männern und Frauen.

Wo sind die Frauen der Oberschicht?

Nun, diese Frauen haben es m. E. aufgrund ihrer ererbten oder erheirateten Vermögensausstattung gar nicht nötig, sich beruflich um irgend etwas zu bemühen. Das überlassen sie gern den Männern ihrer Schicht. Sie müssen nur aufpassen, dass sie dabei nicht, wie Madeleine Schickedanz, an den Falschen geraten, den dann aber die Rache mit voller Wucht trifft. Dumm gelaufen …

Warum sollten sie denn auch ihre Lebenszeit mit anstrengenden Studien, nervigen Sitzungen, Verhandlungen, Konflikten, usw. verbringen, wenn sie es doch viel einfacher und schöner haben können. Sie sind darauf doch in keiner Weise jemals angewiesen. Dafür haben sie ihre Leute. Das einzige Problem, das solche Frauen im Ergebnis haben könnten, ist das der Langeweile. Dagegen helfen, nur zum Beispiel, Reisen und „shoppen“ im Luxussegment, oder die Entwicklung von Hobbies alles Art.

Was also tun sie?

Sie luxurieren. Die Arbeit tun die anderen.

Das, genau das ist das „Patriarchat“.

Ergänzend, in historischer Perspektive:

http://www.welt.de/wirtschaft/article155974825/So-wurde-Fugger-zum-reichsten-Menschen-der-Geschichte.html

und, mit Bezug auf die Gegenwart:

Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen

7. Auflage
Nachdruck der stark erweiterten 4. Auflage

Hans Jürgen Krysmanski ISBN: 978-3-89691-602-0 312 Seiten Preis: 29,90 € Erschienen: 2016

„Das Interesse an den Reichen und Mächtigen dieser Welt wächst, je mehr Globalisierung und Privatisierung Hand in Hand gehen. Dennoch sind die Oberschichten – längst die wichtigsten Geldgeber und ‚Kunden‘ – von den Sozialwissenschaften immer noch weitgehend unerforscht. Andererseits gibt es in den USA seit dem 19. Jahrhundert eine Tradition der kritischen Beobachtung der Machenschaften ‚derer da oben‘. Im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Bush-Administration und den Diskussionen um ein amerikanisches Imperium nimmt diese Form der Herrschaftsstrukturforschung einen neuen Aufschwung und regt WissenschaftlerInnen und JournalistInnen in vielen Ländern zu eigenen Recherchen an. Fast schon ist es eine intellektuelle Graswurzelbewegung. Das Buch breitet Ergebnisse dieser Forschungen des Power Structure Research aus. Es ist zugleich Werkstattbericht, Ressource und Aufforderung, sich selbst an dieser Bewegung zu beteiligen.“

http://www.dampfboot-verlag.de/shop/artikel/hirten-woelfe

0,1 % Das Imperium der Milliardäre

Hans-Jürgen Krysmanski

Die ultimative Geldmacht

„Im Durchschnitt haben die reichsten 0,1 Prozent der Westeuropäer in den vergangenen fünfzehn Jahren ihr Vermögen schätzungsweise verdreifacht. Auch die laut Manager Magazin fünfhundert reichsten Deutschen sind in dieser Zeit reicher geworden. Eine vergleichsweise geringe Zahl von Individuen ist netzwerkartig über die ganze Erde verteilt. Sie haben als Geldgeber ungeheure, unkontrollierte Macht.

Dieses Buch handelt vom obersten 0,1 Prozent der Westeuropäer, von den Superreichen. Alles Geld dieser Welt wird zu ihnen hin gezogen, wie in ein schwarzes Loch. Und Geld bedeutet Macht. Ultimative Geldmacht verändert ganz normale Ansichten, Lebensentwürfe und Verhaltensweisen zutiefst, denn Geldmacht ist eine imperiale Struktur. So werden Milliardäre, ob wir oder sie es wollen oder nicht, eine globale Klasse für sich. Das Schattenreich der Milliardäre ist kein absolutes Mysterium. Es gibt allerdings vieles, was wir darüber noch nicht wissen. Was bedeutet die Konzentration ultimativer Geldmacht? Wer sind diese Superreichen? Wie leben sie? Hans-Jürgen Krysmanski geht diesen und der alles entscheidenden Frage nach: Was macht unbegrenzter Reichtum aus den Superreichen, aus uns und unserem demokratischen Gemeinwesen?“

http://www.westendverlag.de/buecher-themen/programm/milliardaere-krysmanski.html?p=76&n=info

und

David Horowitz / Richard Poe:

The Shadow Party – How George Soros, Hillary Clinton, and sixties radicals  seized control of the Democratic Party, Nelson Current: USA, o. O., 2006, ISBN: 1-59555-0445

Zu Hillary Clinton:

„5. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Secret Service berichtet, wie sehr das Personal des Weißen Hauses in Angst vor Hillary Clinton lebte, als sie noch First Lady war. Dabei schließt er an Vorwürfe an, die schon seit mehreren Jahren bestehen:“ (…)

http://genderama.blogspot.de/2016/06/vermischtes-vom-7-juni-2016.html

und

Chrystia Freeland:

Die Superreichen: die Superreichen – Aufstieg und Herrschaft einer neuen globalen Geldelite

Westend Verlag: Frankfurt/Main 2013

und ergänzend:

Jürgen Roth:

Der stille Putsch, Heyne-Verlag: München 2014

sowie: der Klassiker des Themenfeldes:

C. Wright Mills:

Die amerikanische Elite, Holsten-Verlag, Hamburg 1962