Medienspiegel

Die EU war einmal ein Eliteprojekt

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Hans-Martin Esser

„In den 1950er Jahre unter Adenauer und de Gaulle war Europa eine Vision, doch jedes Projekt kann sich auch zu Tode siegen.

Die Europäische Union oder was heute noch davon übergeblieben ist, war mal ein Elitenprojekt. Frankreich, Deutschland, Italien und die BeNeLux-Staaten sind Mitte der 1950er Jahre unter den treibenden Kräften Adenauer und de Gaulle einander näher gerückt, das Projekt hatte seine Berechtigung.

Die EU ist auf einem absteigenden Ast

Jedes Projekt kann sich zu Tode siegen. Spätestens mit der Aufnahmerunde 2004, als eine Fülle von kleinen Staaten aus Osteuropa, unter ihnen Länder, die eher als Schwellenländer zu bezeichnen sind, wurde klar, dass jedermann willkommen ist. Wenn ich mich entsinne, sind jetzt die Ukraine, Mazedonien und Serbien unmittelbare Kandidaten. Ich habe Zweifel, ob die Türkei, die in den letzten 15 Jahren eine wirtschaftliche Entwicklung hingelegt hat, mit solchen Ländern in einem Topf geworfen sein will, die sie längst überflügelt und mitunter verachtet, da diese eben nicht vorankamen. Die permanent sprichwörtliche privilegierte Partnerschaft wird den Türken reichen und zwar nicht, weil sie inzwischen ihre Illusionen verloren hätten, sondern weil die EU eine Institution auf dem absteigenden Ast ist. Einst ein exklusiver Club von Industriemächten ist man in der Welt der Schwellenländer angekommen.“ (…)

http://www.theeuropean.de/hans-martin-esser/11047-der-abschied-von-der-oekonomischen-vernunft