Medienspiegel

Menschenrechtskonventionen versus Scharia

Wie islamische Länder sich von der internationalen Wertegemeinschaft entfernt haben

„Individuelle Menschenrechte oder islamische Umma? Zwischen den Werten des Westens und den Ländern des Islam liegen Welten. Das zeigt der Unterschied zwischen UN-Charta und Kairoer Erklärung.“

„Die Vereinten Nationen beschlossen am 10. Dezember 1948 in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Diese UN-Deklaration der Menschenrechte (A/RES/217, UN-Doc. 217/A-(III), „Universal Declaration of Human Rights (UDHR)“) war ein Meilenstein auf dem Weg zu einem internationalen Konsens über die Rechte des Individuums, die alle Staaten und Gesellschaften anerkennen sollten. Zwar haben sich viele autoritäre Staaten auch weiterhin nicht daran gehalten, weil die Menschenrechtserklärung keine völkerrechtsverbindliche Vereinbarung ist. Doch immerhin war ein Standard gesetzt, der wie ein Leuchtturm in stürmischer See den Weg wies. Die UN-Menschenrechtscharta war historisch gesehen genauso bedeutend wie die Genfer Konvention von 1864.

1948 wurde die Erklärung von fast allen UN-Mitgliedsstaaten angenommen. Enthaltungen gab es hauptsächlich von Staaten des ehemaligen europäischen Ostblocks und Saudi-Arabien.“ (…)

Islamische Welt spaltet sich ab: Kairoer Erklärung der Menschenrechte

Die Kritik griff früh. Viele islamische Staaten hatten bereits mit ihrer Unabhängigkeitserklärung und ihrem Beitritt zur UNO große Schwierigkeiten, sich mit den verschiedenen Wertevorstellungen anzufreunden und zu identifizieren. Bereits 1981 haben die Vertreter einiger islamischer Staaten in London eine erste eigene unverbindliche „Erklärung der Menschenrechte im Islam“ verabschiedet.
1990 kam es schließlich in Kairo zur entscheidenden Konferenz. Die islamischen Staaten verabschiedeten die „Cairo Declaration on Human Rights in Islam (CDHRI)“. Offiziell vertreten waren damals 56 Länder, die Mitglied der „Organisation of Islamic Cooperation (OIC)“ sind.

Kern dieser Kairoer Erklärung der Menschenrechte ist der eindeutige Bezug auf die Scharia und die Vorrangstellung des Kollektivs gegenüber dem Individuum. Dies ist zugleich der entscheidende Unterschied zwischen der Kairoer Erklärung und allgemeinen der UN-Menschrechtscharte. Aus westlicher Sicht sind dadurch westliche Punkte der Menschrechte eingeschränkt worden, da die Scharia die Interpretation aller Menschenrechte auf eine bestimmte Glaubensbasis reduziert.

Internationale Kritiker sehen durch die Kairoer Erklärung die Bedeutung der Menschenrechte bedroht. Sie verweisen darauf, dass durch den islamischen Sonderweg ein internationaler, interkultureller und interreligiöser Konsens hinsichtlich der Menschenrechte erschwert würde.

Besonders schwerwiegend ist, dass in der islamischen Menschenrechtserklärung die Rechte von Nicht-Muslimen und Frauen eingeschränkt sind. Der stringente Bezug auf die Scharia stellt Muslime hinsichtlich der Menschenrechte über die Nicht-Muslime, deren Werte nicht berücksichtigt werden.
Die individuelle Werteebene der persönlichen Freiheit und Würde ist in der Kairoer Erklärung jener kollektiven Ebene der islamischen Gemeinschaft, der „Umma“, untergeordnet. Individuelle Selbstbestimmung? Fehlanzeige.“ (…)

http://www.freiewelt.net/reportage/wie-islamische-laender-sich-von-der-internationalen-wertegemeinschaft-entfernt-haben-10067226/

Kommentar GB:

Ein wichtiger, weil infomativer Artikel! Sehr lesenswert! –

Ich beurteile den Islam aus meiner persönlichen Perspektive, aus der Perspektive eines Ungläubigen; eines „Kuffar“ also.

Da der Islam (Quelltext: Koran) Ungläubige (und kaum abgeschwächt: Andersgläubige, gemeint sind alle Christen & Juden) physisch bedroht, lehne ich meinerseits diese Bedrohung ab, und zwar kategorisch.

Aus meiner Sicht sind Offenbarungsreligionen Irrationalismen, die einer Überprüfung durch die Instanz der Vernunft nicht standhalten. 

Man  höre sich dazu beispielhaft diesen gemeingefährlichen Irrsinn an:

Deshalb hat die politische Linke – von Strauß über Feuerbach bis hin zu Marx – im 19. Jahrhundert so entscheidenden Wert auf die Religionskritik gelegt – notwendigerweise und völlig zu Recht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Junghegelianer

Wenn die heutige postmoderne „Linke“ intellektuell derart regrediert ist, daß sie, anstatt sich intellektuell den Problemen der Gegenwart und Zukunft wirklich zu stellen, also indem sie sich philosophisch, wissenschaftlich und politisch ernsthaft darum bemüht, sich statt dessen einer archaischen altarabischen Ideologie in die Arme wirft, von der sie überhaupt keine Ahnung hat, dann ist ihr Untergang so oder so besiegelt.

Wenn der Anspruch der Vernunft auf Aufklärung aufgegeben wird, dann erlischt die Hoffnung und ein dunkles Zeitalter kündigt sich an.

Der Irrationalismus im allgemeinen und der islamische Irrationalismus im besonderen, nämlich als eine seiner Erscheinungsformen, er ist die Gefahr dieses Jahrhunderts, genauso, wie europäischer Faschismus und modernisierter halborientalischer Despotismus ( = Stalinismus) die großen Gefahren des 20. Jahrhunderts waren.

Diejenigen bei uns, die meinen, sie müßten sich proislamisch (islamophil) äußern, müssen sich fragen lassen, was denn das Gute am Islam ist.

Ich zumindest vermag das nicht zu erkennen, wohl aber das Gegenteil.

Literatur:

Boualem Sansal: 2084 – Das Ende der Welt (Roman), Merlin-Verlag: Gifkendorf 2016

ISBN 978-3-87536-321-0