Medienspiegel

Polizistenmord nahe Paris

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Einer von 8250 Islamisten

Den ersten Terroranschlag in Frankreich während der EM hat ein Mann verübt, der den Behörden als Islamist bereits bekannt war. Teile der Opposition fordern nun Internierungslager für Gefährder.

14.06.2016, von Michaela Wiegel, Paris

(…) „In seiner 13 Minuten langen Videobotschaft, die am Dienstag von der Polizei ausgewertet wurde, soll Abballa sich auf die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) berufen haben. Er rief dazu auf, in den nächsten Wochen so viele „Polizisten, Gefängniswärter, Journalisten und Rapper“ wie möglich zu töten.

Der Staatsanwalt von Paris, François Molins, sagte am Dienstag, es sei auf Abbalas Computer eine Liste mit ausgewählten menschlichen Zielen gefunden worden, darunter Journalisten, Rapper und Polizisten. Der Staatsanwalt bestätigte, dass Abballa sich „vor drei Wochen“ der Terrororganisation IS angeschlossen habe.

Er habe den Raid-Beamten damit gedroht, das Haus „in die Luft zu sprengen“. Es sei jedoch kein Sprengstoff gefunden worden. Drei Messer wurden sichergestellt. „Die Fußball-Europameisterschaft wird zum Friedhof“, drohte Abballa in seiner Videobotschaft weiter. Seiner Tat würden viele andere folgen.

„Tötet sie mit Messern!“

Am 12. Februar 2015 war in Frankreich eine Videobotschaft eines französischen IS-Kaders, Salim Benghalem, verbreitet worden, der alle „Brüder“ dazu aufforderte, die „Ungläubigen“ zu bekämpfen. „Tötet sie mit Messern!“, verlangte Benghalem damals.

Der Attentäter vom Montag wurde bei dem Polizeieinsatz getötet. Das drei Jahre alte Kind des ermordeten Paares blieb nach Polizeiangaben unversehrt, steht aber unter Schock. Drei Verdächtige, die mit Abballa in Verbindung stehen, wurden am Dienstag festgenommen.

Abballa war 20 Jahre alt, als die Polizei erstmals wegen seiner Verbindungen zu islamistischen Kreisen auf ihn aufmerksam wurde. Regelmäßig traf er sich mit seinen Freunden nachts in einem Waldstück, um für den Dschihad zu trainieren. Mit Küchenmessern übten sie, Kaninchen zu köpfen. „Wir sollten lernen, den Ungläubigen die Kehle aufzuschneiden“, sagte später einer der Kumpanen Abballas im Gerichtssaal.

2011 wurde Abballa wegen des Verdachts der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung festgenommen. Trévedic sagte jetzt „Le Figaro“, er habe damals kämpfen müssen, damit der junge Mann in Untersuchungshaft kam. Er galt als einer der harmloseren der acht Männer zählenden Gruppe, die in Kontakt zu einem Verbindungsmann in Lahore, Pakistan, stand. Ziel war es, französische Freiwillige in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet zu schleusen und für Al Qaida zu kämpfen.“ (…)

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