Medienspiegel

Brexit: So viel künstliche Aufregung und Heuchelei war selten

Hans-Martin Esser

„Jean Claude Juncker reiht sich in die Reihe der Kommissionspräsidenten ein, die als Regierungschefs in ihren eigenen EU-Kleinstaaten abgewirtschaftet hatten, aber glücklicherweise in dem Moment vor dem KO standen, als die Amtszeit des Vorgängers an der Spitze der Kommission endete.“

„Anhand dieses “Beitrages von WDR 4”: http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr4/wdr4-zur-sache/index.html kann man ersehen, warum etwas faul im Lande ist. Wenn Kommentatoren so tun, als sei der Austritt Großbritanniens aus der EU eine persönliche Beleidigung, darf man sich nicht wundern, warum Journalisten als nicht glaubwürdige Berufsgruppe eingestuft werden. So viel künstliche Aufregung und Heuchelei wie nach dem Brexit war selten. Ein brillanter Artikel, nämlich der von Jan Fleischhauer bei Spiegel Online, der die Mitschuld der Kanzlerin am Brexit thematisiert, ist dieser Tage die Ausnahme.

Ich sehe schon förmlich die Leserbriefschreiber vor mir, die Fleischhauer vorwerfen, er benutze die gleichen Vergleiche wie Tage zuvor Alexander Gauland. Die Hysterie, mit der Figuren wie Jean Claude Juncker und Martin Schulz jetzt Entschlossenheit demonstrieren, empfinde ich als empörend. In meinen Augen sind Juncker und Schulz absolute Versager in ihren Funktionen, die von der eigenen Unfähigkeit abzulenken versuchen.

Da haben sich zwei drittklassige Politiker gesucht und gefunden. 2014 waren es genau diese beiden, Schulz und Juncker, die sich in einem Tagesspiegel-Interview darum stritten, wer mehr Sozialstaat anzubieten habe: die EVP oder die Sozialdemokraten. In dem Moment war mir klar, dass mit einem Juncker als Spitzenkandidat für die Europawahl meine CDU-Mitgliedschaft enden müsse. Der Partei hatte ich mich nicht deshalb angeschlossen, weil ich mehr Sozialstaat wollte, als es ein SPD-Mann anzubieten hat. Überhaupt war mir schleierhaft, warum ein ehemaliger Staatschef eines Großherzogtums, das unter seiner Regie zur EU-Steueroase wurde, so scharf auf Eurobonds und Umverteilung war. Wahrscheinlich hauptsächlich deshalb, weil Luxemburg hier wieder ein prima Steuersparmodell anzubieten hätte.“ (…)

http://www.theeuropean.de/hans-martin-esser/11098-juncker-und-schulz-personale-fehlbesetzung

ergänzend:

http://www.theeuropean.de/the-european/11101-nigel-farage-spricht-klartext

Kommentar GB:

Es wäre doch sehr schön und aufklärerisch gewesen, wenn im bekanntlich linkspopulistischen deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Rede von Nigel Farage mit deutschen Untertiteln gesendet und nicht ausgeblendet worden wäre. Denn wenn der Mann doch sowieso nur rechtspopulistischen Unsinn von sich gibt, dann wäre das doch sicher sofort fast allen aufgefallen, und aus wäre es gewesen mit den Rechtspopulisten. Warum nutzen die medialen Linkspopulisten denn nicht diese fabelhafte Chance, die Rechtspopulisten zu erledigen?