Medienspiegel

Die Kunst der Lebenslust

Gastkommentarvon Gerhard Schulze, 27.6.2016
„Die Feinde des Westens begründen ihren Hass oft mit dessen «Dekadenz». Sie treffen insofern einen wunden Punkt, als unsere Suche nach Glück obsessiv geworden ist. Eine Rückbesinnung auf das gute Leben täte not.“

(…) „Es geht um Ankunft, nicht um ewige Steigerung. Das gute und freie Leben ist nicht die Erweiterung von dessen Möglichkeitsraum als Selbstzweck.

Überraschenderweise lässt sich ausgerechnet die Todsündenlehre als eine Art Kompass für diese Suche lesen. Die Stichworte der Verbote heissen Völlerei, Unkeuschheit, Habsucht, Trägheit, Zorn, Neid und Stolz. Doch was wurde aus diesen religiösen Vermeidungsimperativen? Im heutigen Alltag fungieren sie eher als existenzielle Navigationsgeräte der Glückssuche. Die Bilanz ist gemischt: Auf der einen Seite bieten die im Todsündenkatalog gelisteten menschlichen Regungen eine begrenzte Konkretisierung der abstrakten Idee des guten, freien Lebens. Auf der anderen Seite weist das Programm eines Lebens als Schwein in der Herde Epikurs gravierende Sollbruchstellen auf: Abstumpfung, Enteignung des Erlebens durch hochprofessionelle Suggestionen von allen Seiten, Sucht, schlechtes Gewissen, habitualisierte Unzufriedenheit, Umweltschäden materieller, optischer und akustischer Art.

Gegenüber dieser Ambivalenz speisen sich Terroranschläge, Hasspredigten und Kalifat-Ausrufungen aus dem Reiz eines scharf umrissenen Feindbilds und unüberbietbarer Eindeutigkeit, eingerahmt von behaupteten metaphysischen Verheissungen. Gemessen am daran anknüpfenden Pessimismus der Dystopien in Michel Houellebecqs Roman «Unterwerfung» und Boualem Sansals Roman «2084» erinnert die Glücks- und Sinnsuche des Westens an Max Frischs Parabel «Biedermann und die Brandstifter».

Sansal, der unter ständiger Bedrohung in Algerien lebt, sprach in Interviews der letzten Zeit dem Westen unverhohlen die Chance ab, auf Dauer westlich bleiben zu können. Er gibt Europa verloren und erwartet den Sieg seiner Feinde. Was er vermisst, ist eine Haltung entschlossener Verteidigung des institutionellen Kernbestands. Sich nicht den Spass verderben zu lassen, gilt ihm als folgenlose politische Romantik und Pfeifen im Wald.

Der niederländische Soziologe Ruud Koopmans sekundiert, wenn auch weithin ungehört, mit seinem Ruf nach einer Korrektur jener politischen Semantik, die eine Kritik der Feinde des Westens mit Diskriminierung und Islamophobie gleichsetzt.“ (…)

(Hervorhebung GB)

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-westen-und-seine-feinde-die-kunst-der-lebenslust-ld.91237

Boualem Sansal: 284 – das Ende der Welt, 1. Aufl., Merlin Verlag: Gifkendorf 2016

http://merlin-verlag.com/Shop/Sansal/9783875363210

Kommentar GB:

Wie im 19. Jahrhundert ist auch heute Religionskritik dringend geboten, und diese muß sich heute vorrangig gegen die größte Gefährdung des Rationalismus wenden: den Islam.

Schützenswert ist allererst die Freiheit von der Religion, von jeglicher Religion, von jeglichem Irrationalismus, also: schützenswert ist also vor allem die negative Religionsfreiheit, die nur durch die Säkularisierung des Christentums möglich geworden ist und die zugleich ein konstitutives Element der politischen Linken war und ist, denn nur dadurch gehört sie zur philosophischen Aufklärung somit zum Rationalismus.

Wer diese Position und Grundhaltung aufgibt und dem Irrationalismus z. B. in Gestalt des Islam Raum gibt und Geltung verschafft, der gehört nicht mehr zur politischen Linken, und zwar objektiv, ganz unabhängig also von dem, was er oder sie sich subjektiv einbilden mag.

Exemplarisch – und keineswegs allein – steht hierfür ein führendes Mitglied der LINKEN:

http://christinebuchholz.de/tag/islam/

http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/islamhass-afd-vergiftet-gesellschaftliche-klima/

Was ist links an einer Linken, die sich nicht einmal mehr dem Rationalismus verpflichtet weiß? Nichts!

Eine originäre politisch linke, rationalistische, religionskritische Position wird hingegen hier vertreten:

http://www.hintergrund-verlag.de/buecher.html

http://www.hintergrund-verlag.de/buecher-der-islam-als-grund-und-menschenrechtswidrige-weltanschauung.html

Nichts ist daher törichter als – ohne irgendein Verständnis von der Sache, hier des Islam, – aus bloß parteitaktischer Opportunität heraus anderen Islamophobie oder Islamkritik vorwerfen. Es handelt sich dabei, sehr höflich formuliert, faktisch um ebenso uninformierte wie scheinargumentative Rhetorik, um weiter nichts.

Im GG steht in Art. 4 (1), was grundgesetzlich geschützt ist: 

  • Die Freiheit des Glaubens,
  • des Gewissens und
  • die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses

nicht weniger – und nicht mehr!:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Art 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_4.html

Und was heißt das nun im einzelnen?:

http://www.kaschachtschneider.de/component/content/article/2-aktuelles/23-verfassungswidrigkeit-islamischer-religionsausuebung-in-deutschland.html

 

Somit ist folgendes energisch zu bekräftigen und zu unterstreichen:

„Der niederländische Soziologe Ruud Koopmans sekundiert, wenn auch weithin ungehört, mit seinem Ruf nach einer Korrektur jener politischen Semantik, die eine Kritik der Feinde des Westens mit Diskriminierung und Islamophobie gleichsetzt.“ (ebd.)

Und die (subjektiv) Linken i. w. S., von Stegner (SPD) über die Islamgrünen bis hin zu Christine Buchholz (Linke), sie sollten realisieren, dass sie in Gestalt des Islams mit einer erzreaktionären politreligiösen Ideologie paktieren und diese voranbringen: daß sie also Islamisierung betreiben.

Und das ist objektiv und völlig eindeutig eine rechtsreaktionäre, wenn nicht sogar eine profaschistische  Politik.

Und daher wird sie von den Herrschenden mehr oder weniger stillschweigend zugelassen oder gefördert, die meinen, ihnen könne die Islamisierung doch nicht gefährlich werden.

Genau das dachte anfangs auch ein Fritz Thyssen, der anfangs die NSDAP finanzierte, und der am Ende mehrere Konzentrationslager von innen kennenlernte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Thyssen