Medienspiegel

Jihadistenprozess: Warum Mirsad O. Wien so besonders schätzte

Veröffentlicht
Walter Müller 14. Juli 2016

„Der zu 20 Jahren verurteilte Islamprediger Mirsad O. lobte in seiner Verteidigungsrede ausdrücklich die große Toleranz in Österreich und speziell den Wiener Stadtschulrat, der ihn als Lehrer anstellte, als er nach dem Koranstudium aus Saudi-Arabien zurückkam. Graz/Wien –

Noch bevor das Geschworenengericht das Urteil – 20 Jahre Haft – verlas, rückte der Islamprediger Mirsad O. seinen Stuhl in Richtung der Laienrichter und fixierte die Geschworenen: „Ich möchte sie anschauen.“ In der eindringlichen Manier eines ausgebufften Predigers beschwor er die Geschworenen, dass es keinen einzigen Beweis gebe, dass er junge Muslime verleitet habe, nach Syrien in den bewaffneten Jihad zu ziehen. Sein Verteidiger hatte zuvor argumentiert, es lebten in Österreich 2000 bis 3000 Muslime, die einer radikalen Auslegung des Islam huldigten. „Ja, sie sind extrem, manche sind gefährlich, und sie alle suchen einen Prediger.“ In Mirsad O. hätten sie einen gefunden, aber: „Was hat das mit ihm zu tun?“ Er habe in den Predigten nie jemanden verleitet, eine Straftat zu begehen. Dafür gebe es keinen einzigen Beweis, nur Indizien. Strenges Urteil Die Geschworenen glaubten weder dem Verteidiger noch dem Angeklagten und entschieden sich für ein im europäischen Maßstab strenges Urteil von 20 Jahren Haft.“ (…)

http://derstandard.at/2000041111300/JihadistenprozessWarum-Mirsad-O-Wien-so-besonders-schaetzte

Kommentar GB:

Man darf gespannt sein, wann die deutsche Justiz etwas zu merken beginnt.

Vermutlich erst dann, wenn deutsche Politiker oder gar Juristen direkt negativ betroffen sein sollten.

Oder wenn es einen Großanschlag geben sollte, a lá Paris oder Brüssel.

Eher wohl nicht.