Medienspiegel

Stellungnahme an die Bundesgeschäftsstelle der Partei “Die Linke”

“Sehr geehrte Damen und Herren,

die Anfrage Ihrer Fraktion im Bundestag in Sachen ‘rassistischer Islamkritik’ ist aus emanzipatorischer Sicht ein Armutszeugnis. Ihre Aktion zeigt, dass ein großer Teil dessen, was sich heute Linke nennt, auf den Hund gekommen ist, ideologisch und politisch.

Auf die unsinnige Verwendung des Begriffs ‘Rasse’ in Bezug auf eine Religion bzw. Ideologie gehe ich nicht weiter ein.

Die ideologische Verwirrung zeigt sich v. a. in Ihrer Unkenntnis oder Ihrem Unverständnis des Marxschen Ansatzes, wonach die Kritik der Religion und ihres Zusammenhangs mit Herrschaft der erste Schritt zur Emanzipation und zur Herstellung von Verhältnissen ist, in denen der Mensch nicht mehr ein gedemütigtes Wesen ist.

Karl Marx schreibt über den Islam: ‘Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ‚harby‘, d. h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam.’

Ernst Bloch schreibt in ‘Prinzip Hoffnung’: ‘Der Glaubenskrieg kam durch den Islam völlig in die Welt.’ …Der Islam ‘wurde das Original für alles expansive ‚Gott will es‘, von den Kreuzzügen bis Cromwell.’

Marx’ und Blochs Kurzanalyse des Islams trifft den Kern: Der Islam schafft Abstufung, Feindschaft und Krieg zwischen den gläubigen Herren und den Ungläubigen. Damit sahen sie das, was der Islamwissenschaftler Nagel heute so formuliert : ‘Auf Gewaltfreiheit ist der Islam nicht ausgerichtet, der Koran empfiehlt den Einsatz von gewalttätigen Mitteln in bestimmten Situationen. … Toleranz hat im Islam keine Basis. Was immer heute als Toleranz angeführt wird, etwa, dass man die Andersgläubigen, sofern sie sich zu einer Buchreligion bekennen, leben lässt, ist keine Toleranz. Denn diese der islamischen Herrschaft Unterstehenden sind in vielerlei Hinsicht gegenüber den Muslimen von minderem Recht.’

Ihre Partei weigert sich offenbar krampfhaft, die Werkzeuge der linken Herrschaftkritik, die seit 150 Jahren auf das Christentum angewandt wurden, nun ebenso auf den Islam zu richten. Wer dies wie z. B. der Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss tut, legt den Islam als rechtsreaktionäre Herrschaftsideologie und -praxis bloß, die sich gegen Andersgläubige ebenso richtet wie gegen die Emanzipationsbestrebungen im Innern der Umma. Ob man den Begriff ‘Faschismus’ benutzen sollte, kann diskutiert werden. Vielleicht entsprechen Islamisten, Salafisten etc. in gewisser Weise dem ‘faschistischen’ Flügel des Islams, DITIB, Milli Görüs dem reaktionären ‘Hugenberg-Flügel’.

Mit Ihrer Weigerung, die massiven Menschenrechtsverletzungen und antiemanzipatorischen Machtverhältnisse in muslimischen Familien zu bekämpfen, machen Sie sich mitschuldig an dem Leid tausender Frauen und Männer innerhalb und außerhalb der Umma, die Objekte der angewandten islamischen Herrschaftsideologie sind: Verwandtenheiraten, Zwangsheiraten, Ehrenmorde, innerfamiliäre Gewalt, repressive Sozialisation, autoritär-archaischer Ehrbegriff, Kampf um scharia-dominierte Zonen in europäischen Städten, hohe Gewaltbereitschaft im Zusammenleben mit Nichtmuslimen.

Es ist ein interessanter Vorgang, dass Sie, die Sie sich Linke nennen, Ihre schützende Hand über diese Ideologie und ihre Organisationen halten.

Sie übersehen dabei auch, dass in einem islamischen Staat, wie ihn starke islamische Kräfte auch für Europa anstreben, sich sofort die volle Kraft der Repression bis hin zur Todesstrafe gegen Sie wenden würde, Beispiel Iran 1979.

Freundliche Grüße
H. D., Oberstudienrat, Villingen-Schwenningen”

Quelle:

http://www.gam-online.de/text-Linke%20und%20Islam.html

Kommentar GB:

Die hier knapp vorgetragenen – völlig zutreffenden – Argumente zielen selbstverständlich nicht nur auf die Partei, an die sie hier adressiert worden sind. Die Grünen sind noch sehr viel mehr betroffen, aber auch die anderen Parteien, die SPD etwa …

Es geht bei Religionskritik im Kern um die Begründung und Verteidigung des Rationalismus oder der Vernunft als Prinzip gesellschaftlicher Selbstorganisation, und damit geht es zugleich um eine Kritik aller Irrationalismen, einschließlich der religiösen Irrationalismen, je nach deren inneren Entwicklungsstand. Und in der heutigen Zeit geht es allererst um eine Kritik des Islam, weil der sich der kulturellen Moderne verweigert und sie deshalb zu zerstören tendiert. Und das kann und darf keinesfalls widerstandslos hingenommen werden.