Medienspiegel

Der Westen ist kein Vorbild mehr

Von Ferdinand Knauß

Was in der Türkei derzeit geschieht, ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Westen nicht mehr als nachahmenswertes Vorbild wahrgenommen wird. Denn: Wir sind reich, aber zeigen uns schwach.

http://www.wiwo.de/politik/europa/knauss-kontert-der-westen-ist-kein-vorbild-mehr/14432320.html

Kommentar GB:

Der Autor, Ferdinand Knauß, trifft m. E. einen wichtigen Punkt.

Die kulturelle Schwäche des Westens dürfte einer der Gründe für die islamische Offensive sein.

Und diese kulturelle Schwäche wurzelt geistig in der geistigen Implosion der postmodernen Philosophie, im „anything goes“, im Relativismus, der sich selbst in den Wissenschaften ausbreitet wie ein Hausschwamm  –  vgl. hierzu Alexander Ulfig.

Denn wenn unterschiedslos alles geht, alles möglich, alles zugelassen wird, weil alles beliebig, gleich gültig und zugleich gleichgültig ist, wenn alles relativiert und alle Prinzipien verletzt, aufgegeben und über Bord geworfen werden, wie das z. B. im deutschen Rechtsdenken zunehmend zu beobachten ist, dann ist das ein Zusammenbruch der kulturellen Kraft. Es geht dadurch nämlich die Fähigkeit verloren, den Islamfaschismus als solchen zu identifizieren, und erst recht fehlt es dann an dem Willen, dem entschlossen und konsequent entgegen zu treten.

Wo immer sich ein Machtvakuum bildet, da saugt es gewissermaßen anderes an, um ausgeglichen zu werden. Machtvakuen sind niemals von Dauer, das lehrt die Geschichte.

Die Islamisierung hat, insbesondere in Gestalt der Islamophilie des europäischen Dhimmitums, nicht zuletzt – und mit irrwitziger Paradoxie – dem der christlichen Kirchen, genau diesen Charakter. Der Islamfaschischismus wird propagandistisch verkannt und von ihm gleichsam zur schrittweisen Landnahme eingeladen.

Der Roman von Michel Houellebecq: Unterwerfung zeigt diese islamische Landnahme und Machtübernahme als Konsequenz der kulturellen Schwäche der westlichen Kultur.

http://www.dumont-buchverlag.de/buch/houellebecq-unterwerfung-9783832197957/

(…) „Wenn die Hauptsorge der linken Parteien der Antiimperialismus ist und sie den politischen Islam oder die islamische Bewegung als Gegner der Imperialisten begrüßt, dann sind sie Teil des Problems. Ich habe noch nie einen kritischen Satz von den Linken in Deutschland gegen den politischen Islam und die Islamisten gehört. Über diese unmenschliche Bewegung wird offiziell nicht gesprochen oder es wird verharmlost. Doch die Menschen kriegen jeden Tag mit, wie sich diese politische Bewegung versucht hier durchzusetzen. Und wenn die Politiker und die Medien darüber schweigen, dann gehen diese Menschen zur AfD.

Ich kritisiere die Multikultis, die Steinigungen oder Kopftuchzwang als Kultur definiert und somit verharmlost haben. Islamkritik wird als Islamophobie definiert und ist somit in den Augen der Linken ein Zeichen von Rassismus. Man kann das sehr gut an meiner Lebensgeschichte sehen. Ich bin eine Frau, die aus einem Land fliehen musste, in dem der politische Islam vor fast 40 Jahren die Macht ergriffen hat. Menschen, die so wie ich gegen Hinrichtungen, Steinigungen, gegen den politischen Islam und für Frauenrechte kämpfen, wir werden von den Medien und den linken Parteien ignoriert. Oder was noch schlimmer ist, wir werden als Islamophoben bezeichnet und als Hasser dargestellt. Die Probleme, über die wir reden, werden bagatellisiert. Das sind ernsthafte Probleme von Millionen von Menschen in islamisierten Ländern und jetzt ist es leider auch zu einem Problem in der europäischen Gesellschaft geworden. Wir reden von Terror, einer politischen Bewegung, die frauen- und menschenfeindlich ist, die gegen eine säkulare Gesellschaft ist. Doch diese Themen werden hier ignoriert. Wir werden angegriffen, weil wir darüber reden.“ (…)

http://www.theeuropean.de/mina-ahadi/11049-interview-mit-mina-ahadi

Das Elend der Postmoderne

Neuerscheinung: Alexander Ulfig, “Wege aus der Beliebigkeit”