Medienspiegel

Hochschule für angewandten Antisemitismus

Von Alex Feuerherdt

„An einer deutschen Fachhochschule konnte eine Dozentin in ihrem Seminar seit zehn Jahren ungehindert ein antisemitisches Weltbild verbreiten. Nun gelangte dieser Skandal an die Öffentlichkeit. Die Bildungseinrichtung fühlt sich gleichwohl zu Unrecht kritisiert und sieht sich als Opfer.“ (…)

(…) „In einer weiteren Pressemitteilung hat die HAWK jetzt angekündigt, im kommenden Wintersemester „ein neues Lehrformat zum Thema ‚Nahost-Konflikt und Soziale Arbeit‘“ anzubieten. Das Seminar von Ibtissam Köhler wird demnach nicht mehr stattfinden. Eine Selbstkritik sucht man in der Erklärung allerdings vergeblich, vielmehr verweist die Studiendekanin Anna Friedrich „auf Drohungen aus unterschiedlichsten Quellen“, derentwegen „für die Lehrenden und Studierenden kein sicheres und vertrauensvolles Lehrumfeld gewährleistet werden“ könne. Schon vorher hatte die Hochschulpräsidentin Dienel darüber geklagt, „Kolleginnen und Kollegen und auch ich selbst“ würden „massiv beschimpft und bedroht“. Die HAWK sieht sich also in der Opferrolle und ist sich keiner Schuld bewusst.

Neues Lehrformat, alter Inhalt

Mehr noch: Sie verdreht die Tatsachen. Dienel wirft den Kritikern vor, einfach zu ignorieren, dass Köhlers Seminar „nur in Kombination mit einem Seminar aus israelischer Sicht belegt werden kann“, also als Modul. Doch wie Alan Posener auf Welt Online berichtet, stellt sich die Sachlage genau umgekehrt dar. Demnach hat die HAWK im Jahr 2006 festgelegt, dass das ursprünglich als Einzelveranstaltung angebotene Seminar „Jüdisches Leben in Deutschland und Israel“ nur noch zusammen mit Köhlers antiisraelischer Veranstaltung gebucht werden darf. Anscheinend war es „einigen Leuten zu israelfreundlich“, so Posener, der resümiert: „Diese Zensurmaßnahme nun als Ausweis des Liberalismus hinzustellen und überhaupt so zu tun, als gäbe es nun einmal eine ‚palästinensische‘ und eine ‚israelische‘ Sichtweise, bei der es legitim sei, dem jüdischen Staat jede denkbare Unmenschlichkeit vorzuwerfen – das ist ja Teil des Problems, nicht der Lösung.“

Und dass an der HAWK künftig ein „neues Lehrformat“ zu dieser Thematik angeboten werden soll, macht die Sache auch nicht zwangsläufig besser. Denn wie Alan Posener herausgefunden hat, wird das Seminar „umbenannt, damit Titel und Inhalt nicht mehr auseinanderfallen: ‚Israel und Palästina: Historische Hintergründe‘ heißt es jetzt“. Neuer Dozent sei der „im Libanon geborene Rabih El-Dick, der bisher nicht als Experte auf diesem Gebiet hervorgetreten ist“. Ein Thema des Seminars kündige er unter dem Titel „PLO und Hamas – vom nationalen zum religiösen Widerstand“ an. Dass El-Dick den Terrorismus insbesondere der antisemitischen Hamas, die sich in ihrer Charta bekanntlich die Vernichtung Israels und der Juden zum Ziel gesetzt hat, als „Widerstand“ bezeichnet und damit legitimiert, legt die Vermutung nahe, dass sich die von ihm vermittelten Inhalte im Kern nicht von denen unterscheiden werden, die seine Vorgängerin propagiert hat.

Die HAWK scheint also eine Hochschule für angewandten Antisemitismus zu bleiben.

http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/hochschule-fuer-angewandten-antisemitismus/

Wenn Israel-Hass zum Lernziel an einer Hochschule wird

Falsche moralische Äquivalenz als Mittel zur Dämonisierung Israels

Kommentar GB:

Es dürfte sich auf der Ebene der Motivationen eher um eine Kombination von Naivität und Unkenntnis handeln, die hierzulande mit allergrößter Selbstverständlichkeit bezüglich der Islamophilie fast so weit verbreitet zu sein scheint wie die deutsche Sprache. Die Islamophilie ist eine Haltung des politischen Mainstreams, weit weniger in der Bevölkerung, und sie wird in den Medien sogar dauernd aggressiv eingefordert. Islamkritiker haben in der Öffentlichkeit ein Problem, nicht Islamophile, die vielmehr gehätschelt werden, und die den Schwindel vom friedlichen und toleranten Islam verbreiten dürfen.

Aber „Islamophilie ist einfach

die Fortsetzung des alten faschistischen Antisemitismus mit anderen Vorurteilen“ (GB),

nämlich mit nun islamischen  bzw. islamfaschistischen Vorurteilen.

Daher fühlte man sich in der politischen Linken zu meiner damaligen Verwunderung mit den Palästinensern – trotz der Flugzeugentführungen etc. – verbunden, nahm Partei für sie, oder später auch mit der bedauernswerten Hamas in Gaza, keinesfalls aber mit Israel.

Und das alles wurde und wird nicht im geringsten reflektiert, sondern erscheint als selbstverständliche Haltung, als eine Art unbewußter Antisemitismus.

Das heißt, sie sind Antisemiten, wissen es aber nicht und würden das auch weit von sich weisen, sondern haben mit ihrer gefühligen Islamophilie eine wundervolle, öffentlich anerkannte Rechtfertigung.

Genau das ist das Problem.