Medienspiegel

Islamisierung als Prozeß und als Methode

Die Gülen-Bewegung ist in fast allen großen deutschen Städten vertreten, betreibt dort Schulen und Wohnheime. Nach außen gibt sie sich säkular und offen – ihre Ziele sind ganz andere.

08.08.2016, von Rüdiger Soldt

(…) „Die Erzählungen von Mutlu D. sprechen für den sektenähnlichen Charakter der Gülen-Bewegung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Lasotta sieht das ähnlich: „Es ist sehr schwer, über die Arbeit der Gülen-Bewegung aufzuklären. Ich hatte schon Veranstaltungen, zu denen neben den normalen Besuchern viele Gülen-Leute kamen, die dann durch ihre Wortbeiträge versuchten, vom eigentlichen Thema abzulenken, sie reden immer ellenlang über Bildung und Dialog, gehen aber nie auf die eigentlichen Kritikpunkte ein: das strukturkonservativ-orthodoxe Islamverständnis, die mangelnde Transparenz bei der Finanzierung oder das, was in den Lichthäusern passiert.“

„Tarnmantel von Bildung und Dialog“

Es sei eine Illusion, so Lasotta, zu glauben, dass die Gülen-Bewegung ein liberaleres Islamverständnis habe als die AKP: „Erdogan islamisiert über Gesetze und Macht, Gülen geht den schleichenden Weg über die Institutionen.“ Auch im Ausland würden unter dem „Tarnmantel von Bildung und Dialog“ Kader herangezogen, um öffentliche Positionen zu besetzen.

„Das eigentliche Netzwerk sind die strukturkonservativen islamischen Familien, die Unternehmer und akademischen Führungskräfte, die Lesekreise und die Wohngemeinschaften.“ Die Kader sollten dann in Staat, Verwaltung, Parteien und Gesellschaft künftig wichtige Positionen besetzen.

In Baden-Württemberg ist die Gülen-Bewegung auf ihrem Weg durch die deutschen Institutionen gerade wieder einen Schritt weiter gekommen: Die Stadt Kornwestheim machte Kadir Koyutürk im April zum Integrationsbeauftragten. Er war zuvor einige Jahre Geschäftsführer der „Gesellschaft für Dialog“ in der Calwer Straße, also Burak Alpertongas Vorgänger.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fethullah-guelen-bewegung-das-islamistische-netzwerk-14375484.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Kommentar GB:

Das ist ein Unterwanderungsprogramm – als islamischer Entrismus, und es scheint so, als würden die Parlamentsparteien diesen Entrismus willkommen heißen oder ihn einfach widerstandslos zulassen.

Für die Mehrheitsgesellschaft ist das ein Problem.

Es mag eine türkisch-innerislamischer Konkurrenz um den Einfluß und die Führung auf gesellschaftlicher Ebene geben. Es mag auch sein, daß dahinter unterschiedliche soziale Klassen oder Schichten stehen, die ideologisch vermittelt und verdeckt um die Führung in der Türkei kämpfen.

Wäre das so, dann wäre jedenfall Erdogans Handeln von dorther erklärbar.