Medienspiegel

Als ARD/ZDF-Zuschauer muss man aufpassen, dass man kein Trump-Fan wird

Rainer Zitelmann

„Ich habe mich seit Monaten immer wieder sehr kritisch zu Trump geäußert. Meine Sympathien lagen während der Vorwahlen bei Ted Cruz und heute vielleicht bei dem libertären Kandidaten Gary E. Johnson. Aber die Einseitigkeit der Anti-Trump-Berichte in deutschen Medien nervt mich zunehmend.“ (…)

http://www.theeuropean.de/rainer-zitelmann/11331-trump-ist-ein-narzist-und-ein-luegner

Kommentar GB:

Es gibt einen soziologisch relevanten Unterschied zwischen Trump und Clinton.

Trump gehört zu den souveränen Superreichen, die andere nach Bedarf als Geschäftsführer einsetzen, zum Beispiel Reagan, oder Obama oder Clinton. Nun bemüht sich einer der Souveränen selbst um dieses Amt des wichtigsten  Geschäftsführers. Daß er aus seiner Perspektive – einmal ganz abgesehen von seiner vorhandenen oder nicht vorhandenen Bildung – mit Respektlosigkeit und teils Verachtung auf die von den Souveränen abhängige Welt der Nicht-Souveränen blickt, das kann kaum überraschen. Er hat es nicht nötig, deren Illusionen, Maßstäbe, Regeln und gängigen Meinungen zu teilen. In Trump´s world, in der Welt der Souveränen, spielen die sämtlich keine Rolle.

Und da Trump sehr wohl weiß, daß eine große Anzahl von Wählern sich von eben diesen Illusionen, Maßstäben, Regeln und gängigen Meinungen massiv genervt fühlt und sie bis oben hin satt hat, deshalb findet er bei diesen Wählern Zuspruch und Unterstützung. Er ist in der paradoxen Rolle eines superreichen souveränen Volkstribuns. Und deshalb könnte er gewählt werden.

Literatur:

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/