Medienspiegel

Das Märchen vom Ritualmord lebt noch – in Hildesheim

Von Armin H. Flesch.

„Von Frankfurt am Main aus betrachtet ist Hildesheim ein relativ kleiner Punkt auf der Land­kar­te – irgendwo in Niedersachsen und damit ziemlich weit weg. Wenn jemand an der dortigen Hoch­schu­le, die das Kürzel „HAWK“ trägt, ein Seminar mit durchschnittlich zehn bis zwölf Teil­neh­mern hält, dann ist das etwa so bedeutsam, wie wenn in Ürümqi, einer Provinz­metropo­le im Nor­den Chinas, zwanzig Sack Reis umfallen. Also praktisch nicht der Rede wert.

Wenn sich aber sogar das israelische Außenministerium zu genau diesem Seminar äu­ßert, wenig schmeichelhaft übrigens, wenn dieses Seminar in den großen deutschen Tageszeitungen auftaucht und plötzlich überall von „Hass“ die Rede ist, dann könnte es sich womöglich lohnen, den Blick nach Norden zu richten: Worum geht’s da eigentlich und was ist passiert?“ (…)

http://www.achgut.com/artikel/das_maerchen_vom_ritualmord_lebt_noch_in_hildesheim

Kommentar GB:

Bei aller sicherlich berechtigten Kritik, aber man kann auch (fast) alles übertreiben. So auch hier in diesem Fall. Und das sollte hier einmal mit gebotener Deutlichkeit angemerkt werden. –

Aber um was es hier aber ganz allgemein geht, wofür der Einzelfall also nur ein Exempel ist, das ist der Sachverhalt, daß Antisemitismus (Judenhaß) heute nur noch äußerst marginal rassistisch formuliert wird, also so eigentlich gar nicht mehr beobachtbar ist, sondern daß er sich indirekt äußert, indem er sich der psychischen Rationalisierungen der Israel- und der Zionismus-Kritik bedient, und zwar vermittels einer einseitigen Parteinahme für die angeblich gute Sache der Palästinenser, der Araber, der Muslime. Die Differenz zwischen einer solchen Rationalisierung und einer neutralen Sachkritik an der israelischen Politik zeigt sich in den Motiven und in der emotionalen Ladung der Kritik. Es ist zum Beispiel mehr als seltsam, es ist sogar paradox, wie sehr sich die deutsche Linke im weitesten Sinne meint, für den Islam (und Muslime im allgemeinen sowie für Palästinenser im besonderen) engagieren zu müssen, also für eine politreligiöse Ideologie aus dem frühmittelalterlichen Arabien, für die nun wirklich gar nichts spricht – vielmehr alles gegen sie, und das völlig evident. Genauso gut könnte sich diese Linke doch für das tibetische Volk und gegen die Politik der Volksrepublik China wenden, um nur ein Beispiel zu nennen. Aber dort geht es eben nicht gegen die (unbewußt) verhaßten Juden, wie im Falle Israels. Daher ist es für diejenigen, die die innerpsychisch höchst kräftezehrende Verdrängung ihres Judenhasses beenden wollen, hoch attraktiv, zur Islamophilie zu wechseln, weil unter ihrer grünen Fahne und mit dem Schwert des Islam endlich die Verdrängung des Hasses aufgegeben werden kann.

Da Islamophilie gesellschaftlich anerkannt ist und gefördert wird, erscheint das den Betroffenen als eine wunderbar belebende und erfrischende Befreiung, die für sie aus genau diesen Gründen so attraktiv ist, daß es ihnen auf eine gebotene kritische Bewertung der Doktrin und der Praxen des Islam nicht mehr ankommt. Die psychischen Vorteile sind offenbar derart groß, daß der intellektuelle Bankrott lächelnd oder achselzuckend in Kauf genommen wird. Und das alles ist ja heute in voller gesellschaftlicher Breite zu haben, ohne daß irgendjemand, außer an dieser Stelle vielleicht, ausspricht, daß diese gesellschaftliche Islamophilie insgesamt ein Ausdruck ihres bisher kollektiv verdrängten Judenhasses ist, der jetzt – endlich!? – wieder ans Tageslicht darf, und das, ohne als solcher erkannt zu werden.

Unter der Maske der Islamophilie kehrt der Judenhaß zurück, und auch die „Deutschen Christen“ kehren zurück, in beiden Konfessionen übrigens, nun aber als „Chrislam“. Auch wenn die eigenen Glaubensbrüder gerade jetzt unter dem angeblich friedlichen und barmherzigen Islam physisch eliminiert werden. Das ist ihnen offenbar ganz egal.

Lieber wird man zum Dhimmi als das man sich ernsthaft mit dem eigenen Motiven auseinandersetzt.