Medienspiegel

Syrischer Bürgerkrieg: Baschar al-Assad: Vom freundlichen Augenarzt zum „Schlächter von Damaskus“ in nur zwei Monaten

„Eine Analyse zu den Ursprüngen des syrischen Bürgerkriegs“

„1. „Tag des Zorns“
Viele berühmte Persönlichkeiten führen einen Beinamen, der eine charakteristische Eigenschaft beschreiben soll: „Karl der Kahle“ hatte vermutlich wenig Haare, „Pippin der Kurze“ war klein, und Elvis ist einfach „der King“, obwohl er nicht von adliger Abstammung ist. Wenn nun der syrische Präsident in den Medien unermüdlich „Assad der Schlächter“ genannt wird, dann braucht man gar nicht weiter nachzufragen – oder etwa doch?
Es ist nicht verwunderlich, dass kaum jemand über die Anfänge, bzw. Hintergründe des syrischen Bürgerkriegs unterrichtet ist: Schließlich finden zum in Frage stehenden Zeitpunkt fast überall in der arabischen Welt Demonstrationen für Demokratie, Freiheit und andere lobenswerte Dinge statt. Der Fokus der Aufmerksamkeit ist auf Ägypten und Tunesien gerichtet, später auf Libyen. Die Nachrichten in der westlichen Presse über Syrien sind eher spärlich – was nicht unwesentlich daran liegt, dass sich zunächst nicht viel tut. Das syrische Volk zeigt wenig Lust, zu demonstrieren, als syrische Aktivisten – die großenteils im Ausland sitzen – über Facebook den 4. Februar 2011 zu einem „Tag des Zorns“ nach
ägyptischem Vorbild ausrufen. „Al Jazeera“ sagt vorher, dass die Straßen leer bleiben werden – und soll recht behalten. Die westlichen Medien zeigen sich enttäuscht [1,2,3]: Der Unwille der syrischen Bevölkerung, für Freiheit und Demokratie einzutreten, wird dadurch erklärt, dass sich die Leute vor den Schergen des Diktators fürchten. „Die Zeit“ gibt indes zu bedenken: „Die Syrer haben beobachtet, wie das Nachbarland nach dem Sturz Saddam Husseins im Chaos versank. Sie fürchten, dass eine Schwächung der Zentralregierung auch in Syrien eine Welle der Gewalt zwischen den religiösen Gruppen auslösen könnte.“ Und „Al Jazeeras“ Urteil lautet gar: „Im Gegensatz zu Ägypten besteht kein Verlangen nach einem Regime-Change in Syrien. Der Präsident ist nicht so verhasst wie Mubarak, und er hat auch nicht den Kontakt zum Volk verloren. Der lokale Kontext ist sehr verschieden, und die Armutsrate ist signifikant niedriger als in Ägypten.“ [4] Letzteres bestätigt auch die „FAZ“: „Auch Kritiker Assads räumen ein, dass seit seinem Amtsantritt 2000 ein erfolgreicher Prozess wirtschaftlicher Öffnung stattgefunden hat. Die Arbeitslosigkeit ist seitdem schrittweise gesunken, offiziell lebt nur einer von zehn Syrern in Armut – verglichen mit vierzig Prozent in Ägypten, das zwischen 1958 und 1961 in einem kurzlebigen Staatenbund namens Vereinigter Arabischer Republik mit Syrien vereint war.“ “ (…)

https://diewirklichewirklichkeit.com/2015/08/03/baschar-al-assad-vom-freundlichen-augenarzt-zum-schlaechter-von-damaskus-in-nur-zwei-monaten/