Medienspiegel

Wahl in Jordanien: Die Rückkehr der Islamisten

„Die jordanische Form der «Demokratie» kommt nicht an beim Volk: Bei der Parlamentswahl blieb die Beteiligung niedrig. Eine Gruppe aber jubiliert.“

„Die Islamische Aktionsfront, der politische Arm der Muslimbrüder, hat nach ersten Prognosen bei den Unterhauswahlen ein eindrückliches Comeback hingelegt. Nach Auszählung von 11 der 23 Distrikte wagte ein Sprecher der Aktionsfront am Donnerstag die Prognose, seine Gruppe werde zwischen 15 und 20 Sitze erobern. Die Islamisten hatten die Wahl 2010 und 2013 boykottiert, weil sie sich systematisch benachteiligt fühlten. Nun stehen sie wieder im Rampenlicht, was für eine an sich illegale Gruppe ein schöner Erfolg ist. Jordanien hat den Muslimbrüdern unlängst die Lizenz entzogen. Legal ist lediglich die Islamische Aktionsfront.

Lebendiger Wahlkampf

Rund 4,1 Millionen Bürger waren aufgerufen, das 18. jordanische Parlament zu bestellen. Aus 1252 Kandidaten waren in 23 Wahldistrikten 130 Abgeordnete auf 2226 Listen zu wählen, ein neues, in seinen Grundzügen dem Proporzprinzip folgendes Wahlrecht gab ihnen dabei weitgehende Freiheit. Einige Beschränkungen gab es: In der Legislative müssen mindestes 15 Frauen und je 3 Christen, Tscherkessen und Tschetschenen vertreten sein. Die muslimischen Tscherkessen und Tschetschenen gehören zu den frühesten Einwanderern. Sie waren Anfang des 19. Jahrhunderts aus Russland gekommen, als sie beim Zaren in Ungnade gefallen waren.“ (…)

http://www.nzz.ch/international/nahost-und-afrika/wahl-in-jordanien-die-rueckkehr-der-islamisten-ld.118309