Medienspiegel

Wirtschaftsnobelpreisträger Reinhard Selten gestorben

Der Mathematiker und Ökonom Reinhard Selten ist tot, wie die F.A.Z. aus seinem Umfeld erfuhr. Er war der bisher einzige Deutsche, der jemals den Ökonomie-Nobelpreis erhalten hat.

01.09.2016, von Philip Plickert

„Er bezeichnete sich selbst als „wissenschaftssüchtig“, die Wissenschaft war für ihn wie eine Droge, die ihn aber auch quälte. Als bislang einziger deutscher Forscher erhielt Reinhard Selten den Wirtschaftsnobelpreis. Ob ihm das Forschen Spaß gemacht habe? „Es ist weniger Spaß, man wird getrieben und gequält von den Problemen“, sagte Selten einmal dieser Zeitung. Nun ist ein von der Forschung erfülltes Leben zu Ende gegangen. Wie diese Zeitung aus dem Umfeld der Familie erfuhr, ist Selten schon am 23. August im Alter von 85 Jahren in Posen verstorben.“ (…)

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/wirtschaftsnobelpreistraeger-reinhard-selten-gestorben-14415860.html

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Kommentar GB:

Der Ökonomie-Nobelpreis ist nur ein sogenannter, denn er wird von der Schwedischen Reichsbank vergeben und entstammt nicht dem Testament von Alfred Nobel.

John von Neumann und Oskar Morgenstern waren die Schöpfer dieser Theorie strategischen Handelns, um die es sich bei der Spieltheorie eigentlich handelt. Sie ist daher vielfältig anwendbar, u. a. auch bei ökonomischen Problemstellungen, nämlich genau dann, wenn tatsächlich strategisches Handeln vorliegt oder zumindest möglich ist. Heutzutage wird sie in dieser Form gern mit der Mikroökonomik verknüpft oder sogar identifiziert, obwohl die Mikroökonomik ihren eigentlichen Abschluß in der Theorie des Allgemeinen Gleichgewichts findet, deren Erklärungskraft recht fragwürdig ist. Daher wird die vergleichsweise junge Spieltheorie als neue Chance, oder als Erneuerung der Mikroökonomik gesehen. Und das dürfte angesichts der Realitäten der vermachteten Märkte durchaus zutreffend sein.