Medienspiegel

Wieviel Islam verträgt das Land?

Veröffentlicht

Paul Nellen

“ „Der Islam“ (den es doch angeblich gar nicht gibt) und „die Muslime“ (von denen sich bisher praktisch niemand geäußert hat) sollen durch einen Kommentar des Vize-BILD-Chefs Nikolaus Fest „beleidigt“ worden sein, der in 106 knapp gesetzten Worten den „Islam als Integrationshindernis“ anprangert, dazu noch „Zwangsheiraten, ‚Friedensrichter‘, ‚Ehrenmorde‘“ sowie die „weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund“ – Feststellungen, denen hauptsächlich von nichtmuslimischen PressekommentatorInnen und einigen deutschen PolitikerInnen aus allen politischen Lagern heftig widersprochen wird. Vorneweg: die Grünen Volker Beck und Özcan Mutlu.

Beide Bundestagsabgeordneten fallen in den bekannten reflexhaften Islamverteidigungsmodus, der jede Kritik am Islam umgehend als „Pauschalisierung“ abtut und – mit Reizvokabeln wie „Rassismus“, „Hass“ oder „Hetze“ beworfen – zum Abschuss freigibt. Dabei aber scheuen sie ihrerseits jeden konkreten empirischen Wirklichkeitsbezug, jede Erwähnung von unliebsamen Fakten. Längst bekannte und beklagte Tatsachen rund um die islamische Einwanderung bleiben außen vor. Die Kritik an Fest ist selber so pauschal, substanzlos und beleidigend, wie dies Fests BILD-Kommentar vorgeworfen wird. Dabei gilt: Wer als erster das Wort „Rassist“ sagt, der gibt die weitere Gangart für die Debatte vor. Recht hat er sowieso immer. Die ersten Anzeigen gegen Fest wegen „Volksverhetzung“ sind denn auch schon geschrieben.

Liest man sich seinen Kommentar durch, ohne nach den ersten Sätzen schon zu ventilieren, gibt es nirgends auch nur den Hauch einer haltlosen „Beleidigung“, der von Ressentiments bestimmt oder gar justiziabel wäre. Dafür aber jede Menge begründbare und tatsachenbasierte Kritik am Islam und an negativ-kollateralen Erscheiungsbildern der muslimischen Einwanderung („Zwangsheiraten, Friedensrichter, Ehrenmorde)“. So, wie es schon immer scharfe Kritik an Weltanschauungen, Ideologien, Religionen und an allerlei gesellschaftlichen Prozessen, auch Fehlentwicklungen gab. Jene, die sich in früheren Zeiten – als Papst,  Kirche oder mit ihnen verbündete weltliche Mächte etwa – von ihren Kritikern „beleidigt“ fühlten, hatten damals allen Grund dazu: „Die Herren machen es selber, dass der gemeine Mann ihnen feind wird!“ (Thomas Müntzer). Heute ist solche Kritik Teil der grundgesetzlich geschützten Meinungsfreiheit – die katholische Kirche kann ein Lied davon singen.“ (…)

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