Medienspiegel

Zustand der amerikanischen Demokratie: Das Land ist am Ende

Josef Braml zeichnet in seinem Buch ein düsteres Bild vom Zustand der Vereinigten Staaten.

Eine Rezension.    –   Christian Hacke

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„Liberale und Konservative leben in unterschiedlichen Welten“

„Eine neue – bisher ungeahnte – Dimension der Konfrontation zwischen den politischen Lagern tut in den Medien und im Internet ein Übriges, dass die alte liberale politische Kultur von Fairness und Kompromiss zu versinken droht: „Liberale und Konservative leben in unterschiedlichen Welten. Es gibt fast keine überlappenden Nachrichtenquellen mehr, an die sich beide Seiten wenden und denen sie vertrauen.“ Hass und Verleumdung sind mittlerweile zum Kennzeichen einer politischen Un-Kultur geworden.

Es ist ein düsteres Bild, das der Verfasser in diesem lesenswerten Buch zeichnet. Gerade überzeugte Transatlantiker wie der Rezensent würden Braml gern widerlegen. Aber dessen Argumentation und seine Beweisführung sind von bedrückender Überzeugungskraft: Die USA befinden sich in einer gesellschaftspolitischen Existenzkrise.

Braml spricht zwar nicht vom aktuellen Wahlkampf, aber dieses Buch bietet dafür bestes Hintergrundwissen. Denn er macht die Wut vieler Amerikaner nachvollziehbar: Angst geht um in Amerika, das ist die Quintessenz aus Bramls Buch. Wie immer die Wahl im November ausgehen wird, der Ausverkauf der amerikanischen Demokratie wird nicht so schnell zu stoppen sein.

Josef Braml: Auf Kosten der Freiheit. Der Ausverkauf der amerikanischen Demokratie und die Folgen für Europa. Quadriga Verlag, München 2016. 270 Seiten, 22 Euro.“

http://www.tagesspiegel.de/politik/politische-literatur/zustand-der-amerikanischen-demokratie-das-land-ist-am-ende/14540620.html