Medienspiegel

Clintons Niederlage: Geplatzter Traum vom «Frauenbund»

Kommentar  von Marie-Astrid Langer    –   11.11.2016
Clinton verstand sich als Galionsfigur der Frauenbewegung und wollte auf dem Rücken der Wählerinnen ins Weisse Haus getragen werden. Doch die Amerikanerinnen treiben
offenbar andere Probleme um.

(…) „Die Zahlen offenbaren, dass Frauen eben nicht en bloc wählen, wie es etwa die Afroamerikaner 2008 und 2012 bei Barack Obama getan haben. Stattdessen wiegen für Frauen andere Faktoren offenbar schwerer als das Geschlecht, nämlich wirtschaftliche Sorgen, Angst vor Terrorismus – oder eben die Wut auf das politische Establishment. Wie die Statistiken zeigen und wie Interviews mit Wählerinnen exemplarisch belegen, waren viele Wählerinnen bereit, über Trumps Sexismus hinwegzusehen, weil er sie in anderer Hinsicht überzeugt hatte, etwa mit Blick auf seinen Leistungsausweis als Geschäftsmann. Auch schaffte es Clinton nicht, die Wut auf Männer wie Trump so zu schüren, wie er es umgekehrt bei ihr als Vertreterin des Establishments schaffte. Angesichts ihrer eigenen Vergangenheit war sie dafür auch in einer schwierigen Position. So driftete die Bewegung des #NotOkay bald weg von Trump und wurde zu einer allgemeinen Debatte über gesellschaftliche Missstände.

Erschwerend kamen bei der Demokratin ihre selbstverschuldeten Affären wie der private E-Mail-Server hinzu und die Tatsache, dass sie eine wenig charismatische Rednerin ist. Der Faktor Frau reichte bei Clinton schlichtweg nicht, um ihre zahlreichen anderen Schwachpunkte auszugleichen. Auch wenn sie es selbst nicht wahrhaben wollte: Sie wird nicht primär als Frau, sondern als Vertreterin des Establishments wahrgenommen. Trumps Allianz all jener, die dieses stürzen wollten, war letztlich stärker als der Ärger über seinen Sexismus – und stärker als Clintons Bund der Schwesternschaft.“ (…)

http://www.nzz.ch/meinung/clintons-niederlage-geplatzter-traum-vom-frauenbund-ld.127980

und, als Glosse:

http://www.nzz.ch/international/aufgefallen/auf-ihn-ist-verlass-wieso-frauen-trump-lieben-ld.127890

Kommentar GB:

Feministischer Denkfehler: wäre denn ein Krieg, der von einer Frau befohlen wird, etwas Besseres als derselbe Krieg, der von einem Mann befohlen wird? Offenbar nicht, denn es kommt hier darauf an, was befohlen wird. Welches Geschlecht die kommandierende Person hat ist dabei irrelevant.

Außer natürlich für Feministinnen mit ihrer neurotischen Fixierung auf ihr Geschlecht …