Medienspiegel

Die arrogante Anmaßung der intellektuellen Eliten

„Die Verachtung des linken, urbanen und intellektuellen Milieus für die einfachen Leute ist einer der Gründe für den Erfolg von Trump & Co. Auch hierzulande.“

 (Die Presse)

„Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass sich eine „Profil“-Redakteurin todesmutig nach Wien-Favoriten begeben und berichtet hat, was sie dort bei einer Veranstaltung der FPÖ zu Gesicht bekommen hat: „Es sind die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte, unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe. Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten sind ein schönerer Menschenschlag. Und jünger. Und irgendwie schwant ihnen das, den abgearbeiteten älteren Österreichern. Und sie werden sehr böse und würden die Flüchtlinge gern übers Meer zurückjagen.“

Es war dies ein Text, der durchaus repräsentativ ist für die Haltung, mit der große Teile der politischen wie medialen Klasse in der westlichen Welt einem erheblichen Teil der Wählerschaft, also letztlich des Souveräns, gegenüberstehen, egal, ob in Wien-Favoriten, dem Rust Belt der USA oder den abgehausten Bezirken von Marseille.“ (…)

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/5123972/Die-arrogante-Anmassung-der-intellektuellen-Eliten?from=suche.intern.portal

(…) „Eines kann man Trump aber nicht vorwerfen, ohne den Boden der argumentativen Redlichkeit zu verlassen: dass er, abgesehen vom Stilistischen, nicht zu gefühlten 80 Prozent jene Forderungen vertreten würde, für die in Europa im Allgemeinen die politische Linke steht.

Da fordert Trump etwa einen weitgehenden Rückzug der Amerikaner und vor allem ihrer bewaffneten Macht aus den Krisenherden dieser Welt – eine Forderung, die auf dem Wiener Volksstimme-Fest der KPÖ genauso dringlich erhoben wird. Da will Trump die Nato weitgehend marginalisieren – ein fernes Echo auf die „Ami go home!“-Parolen jeder linken europäischen Demo seit 1967. Damit werden wahrscheinlich die hiesige Sozialistische Jugend, Sahra Wagenknecht und der linke „Spiegel“-Erbe Jakob Augstein auch gut leben können. Da wettert Trump gegen sämtliche Freihandelsabkommen, besonders aber gegen das von den USA und der EU geplante TTIP: eine Gegnerschaft, die ihn mit dem gesamten linken Spektrum Europas verbindet. Von Greenpeace bis Attac, vom österreichischen Kanzler zur deutschen Linkspartei werden Positionen vertreten, die sich in Hinblick auf TTIP nicht von jener des künftigen US-Präsidenten unterscheiden.

Da kündigt Trump gleich in seiner ersten Rede an, Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur der USA investieren zu wollen und damit eine Million Jobs schaffen zu können. Ein, freundlich formuliert, vulgärkeynesianischer Plan, der angesichts der enormen Überschuldung der USA eher gespenstisch wirkt, aber genau dem entspricht, was sich auch die meisten europäischen Sozialdemokraten glühend wünschen – ein Ende jenes Sparkurses, den es in der Realität nie gegeben hat. [?? GB] Und damit zwingend verbunden viele, viele neue Schulden, weil dort kommt ja der Wohlstand her.

Trump hat auch angekündigt, kein Problem mit den in den USA zum Teil recht hohen gesetzlich festgelegten Mindestlöhnen zu haben – ein klassischer Menüpunkt auf jeder linken Speisekarte Europas. „Was hierzulande oft übersehen oder verkannt wird: Sozialpolitisch ist er ein Linker“, merkte der frühere „Zeit“-Chefredakteur Theo Sommer an. Heute wissen wir, dass dies genauso für die Geopolitik, die Verteidigungspolitik und zumindest erhebliche Teile der Wirtschaftspolitik Donald Trumps gilt.“ (…)

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/5116148/Was-bitte-haben-die-Linken-eigentlich-gegen-Donald-Trump?from=suche.intern.portal

Kommentar GB:

Vermutlich glaubten die Anhänger/innen von Hillary Clinton, es ginge dieses Mal hauptsächlich darum, eine Vrau zu wählen. Es ist aber ein Pann gewählt worden. Ganz schlimm, so etwas, nicht wahr, Frl. S.?