Medienspiegel

Geburtshilfe

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KfZ-Mechaniker Jorge Odón hat ein Hilfsmittel erfunden, das Geburten erleichtern und Leben retten könnte. Momentan wird es von der WHO geprüft.

27.11.2016, von Catalina Schröder

„Herr Odón, früher haben Sie in Ihrer argentinischen Heimat fast täglich Autos repariert. Wie kam es, dass Sie sich auf einmal mit Geburten beschäftigt haben?

Das war ein Zufall. Kollegen haben mir in der Mittagspause ein Youtube-Video gezeigt. Darin ging es um die Frage, wie man einen Korken aus einer Weinflasche herausbekommt, ohne den Korken oder die Flasche zu beschädigen.

Und wie funktioniert das?

In dem Video schob ein Mann eine leere Plastiktüte in die Flasche, nachdem er den Korken in die Flasche gedrückt hatte, und positionierte den Korken zwischen Tüte und Wand der Flasche. Dann pustete er die Tüte leicht auf. Dabei klemmte er den Korken zwischen Tüte und Wand ein. Als er die leicht aufgeblasene Tüte herauszog, flutschte der Korken ebenfalls mit nach draußen.

Wo ist die Verbindung zur Geburt?

Die kam mir buchstäblich im Traum. Eines Nachts bin ich aufgewacht und hatte die Idee, dass man doch eigentlich dieselbe Technik nutzen könnte, um ein Baby, das im Geburtskanal feststeckt, auf die Welt zu holen. Ich wusste, dass es bei etwa 30 Prozent aller Geburten Komplikationen gibt. In Entwicklungs-ländern ist die Rate oft noch höher.

Wenn das Baby erst einmal im Geburtskanal angekommen ist, ist ein Kaiserschnitt nicht mehr möglich. Bislang wird in solchen Fällen eine Saugglocke oder Geburtszange benutzt.

Ja, aber das Verletzungsrisiko ist besonders durch die Greifarme der Geburtszange sehr hoch, und in Entwicklungsländern haben Ärzte oft zu wenig Übung mit diesen Instrumenten: Die Mütter werden dann am Beckenboden verletzt. Viele leiden später an Harn- oder Stuhlinkontinenz. Bei anderen kippen Beckenorgane wie Blase oder Darm nach vorne, und sie haben dann dauernd das Gefühl, als würden sie auf einem Ballon sitzen. Neugeborene haben von der Zange oft Abschürfungen oder Blutergüsse und einige leiden unter einer zeitweiligen oder sogar dauerhaften Lähmung des Gesichtsnervs. Auch bei der Saugglocke kommt es immer wieder zu Verletzungen. Die Babys haben davon fast immer Hämatome.“ (…)

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