Medienspiegel

„Islamophobie“ und die Muslimbruderschaft in Europa

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„Ende Juni fand in Sarajevo ein großer „Islamophobie“-Kongress statt. Unser Kolumnist Heiko Heinisch geht gemeinsam mit seiner Kollegin Nina Scholz der Frage nach, wer hinter solchen Aktivitäten steht, was am Begriff „Islamophobie“ falsch ist und wer gerade deswegen an seiner Verbreitung interessiert ist.“

„Ende Juni fand in Sarajevo eine große Konferenz statt, die European Islamophobia Summit, deren Ziel vorgeblich darin bestand, „dem jüngsten Anstieg ausländerfeindlicher, diskriminierender und rassistischer Diskurse und Aktionen gegen die muslimische Minderheit“ entgegenzuwirken. Zu diesem Zweck haben sich die Organisatoren mit großen Namen geschmückt. Neben „Islamophobie“-Forschern und -Forscherinnen aus aller Welt gaben sich auch die ehemaligen Außenminister von Großbritannien und Frankreich, Jack Straw und Bernard Kouchner, sowie der ehemaligen spanische Ministerpräsident Jose Luis Zapatero die Ehre.

„Islamophobie“?

Seit rund 20 Jahren versuchen islamistische Organisationen wie die Muslimbruderschaft und islamische Staaten wie Iran, Saudi Arabien und in den letzten Jahren auch die Türkei, den Begriff „Islamophobie“ als gleichwertige Kategorie neben Rassismus und Antisemitismus zu etablieren. Führend ist in diesem Zusammenhang die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). Im Rahmen einer Kampagne gegen „Diffamierung von Religionen“ ist die Verabschiedung einer internationalen „Resolution gegen Islamophobie“ eines der erklärten Ziele der Organisation. Alle Staaten der Welt werden darin aufgefordert, Gesetze zu erlassen, die Islamophobie mit abschreckenden Strafen ahnden. Unter Islamophobie versteht die OIC nach eigener Aussage „die Diffamierung des Islam sowie von Persönlichkeiten und Symbolen, die den Muslimen heilig sind.“ Dafür betreibt sie unter anderem Lobbyarbeit im Rahmen der UNO, während verschiedene Organisationen der Muslimbruderschaft bei der EU in Brüssel für diese Sache werben.

Wenn von „Islamophobie“ die Rede ist, sollte man hellhörig werden, denn der Begriff, oft Hand in Hand mit dem Begriff „antimuslimischer Rassismus“, dient in erster Linie dazu, alle, die sich negativ zum Islam, zu einzelnen seiner Ausprägungen und Organisationen äußern, mit dem Stigma des Rassismus zu versehen. Leider wollen einige universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen den Begriff auch im wissenschaftlichen Bereich verankern. Der britische Runnymed Trust und die Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ des deutschen Soziologen Wilhelm Heitmeyer versuchen, „Islamophobie“ als wissenschaftliche Kategorie zu beschreiben und Kriterien aufzustellen, anhand derer das Phänomen gemessen werden kann.“ (…)

„Islamophobie“ und die Muslimbruderschaft in Europa