Medienspiegel

Niedersachsen will Türkisch- und Arabischunterricht ausweiten

Veröffentlicht

Donnerstag, 24.11.2016

„Die Regierungsfraktionen von SPD und Grüne in Niedersachsen wollen das Fremdsprachenangebot an den weiterführenden Schulen unter anderem um Türkisch und Arabisch erweitern. „An diesem Unterricht können dann alle Schüler teilnehmen“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Mittwoch im Landtag in Hannover. „Auch deutsche Schüler können diese Sprachen mit erwerben.“

Der Vorschlag ist Bestandteil eines rot-grünen Antrags, mit dem die Fraktionen fordern, Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprachen stärker zu fördern. Dabei berufen sie sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach das Beherrschen der eigenen Muttersprache Voraussetzung für ein leichteres Lernen weiterer Sprachen ist.

„Es reicht jedoch nicht aus, die eigene Herkunftssprache nur von den Eltern zu lernen“, sagte der schulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Heiner Scholing. „Dieser Spracherwerb ist mit dem Eintritt in der Schule nicht abgeschlossen.“ Schon seit mehreren Jahren werden deshalb vor allem Grundschüler mit Migrationshintergrund auch in ihren eigenen Herkunftssprachen unterrichtet.

Türkisch und Arabisch bis zum Abitur

Nun soll das Angebot erweitert und auch an anderen Schulformen prominenter angeboten werden. Dabei sollen auch Sprachen wie Türkisch, Arabisch, Polnisch oder Russisch als zweite und dritte Fremdsprache eingerichtet werden. „Bis hin zur Berücksichtigung im Abitur“, sagte Scholing.

In anderen Bundesländern ist das schon Alltag. In Hamburg etwa können Schüler je nach Schulform neben den üblichen Fremdsprachen auch Polnisch, Russisch, Türkisch oder Chinesisch lernen. Diese Sprachen können dort auch als schriftliches oder mündliches Abiturfach belegt werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es einen Kernlehrplan für Türkisch am Gymnasium.“ (…)