Medienspiegel

Reaktionen auf die US-Wahl – Die Bankrotterklärung eines ganzen Milieus

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Kolumne Grauzone: Die Reaktionen auf den Wahlsieg Donald Trumps sind so bezeichnend wie erschütternd. In Redaktionen, Parteien und akademischen Einrichtungen hat sich offenbar ein Milieu gebildet, das den Kontakt zu großen Teilen der Bevölkerung verloren hat.

„Selten, wirklich selten hat sich der in dieser Hinsicht ohnehin schon anfällige deutsche Medienbetrieb dermaßen blamiert wie in seinen Reaktionen auf die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten – einige löbliche Ausnahmen ausgenommen.

Gleichgültig in welcher Richtung man den Senderknopf am Radio drehte, welchen Fernsehsender man wählte oder welche Homepage man aufrief: allenthalben Entsetzen, Unglaube, Fassungslosigkeit.

Und während man so hörte und schaute und las, stellte sich immer stärker und immer banger die Frage: Himmel, in welcher Welt leben all diese Menschen eigentlich? Wo muss man sich intellektuell in den vergangenen Jahren aufgehalten, in welchem Kokon muss man sich eingesponnen haben, um von dem Wahlergebnis allen Ernstes überrascht worden zu sein?“ (…)

http://cicero.de/berliner-republik/reaktionen-auf-die-uswahl-die-bankrotterklaerung-eines-ganzen-milieus

Kommentar:

Hans Page | So, 13. November 2016 – 11:56

„Das wirkliche Problem ist, dass die Sozialdemokratie ihre eigene Basis verraten hat und die Menschen, die diese Basis darstellen, offen (Gabriel) oder insgeheim (die draußen im Land) verachtet. Ist ja auch kein Wunder, so kommen die wenigsten Sozialdemokraten noch aus der „Arbeiterklasse“ sondern sind Angestellte, Lehrer oder sofort nach dem Studium Politiker geworden. Schröder/Müntefüring waren vielleicht der letzte richtigen Sozialdemokraten. Unverzeihlich, dass man bei der ganzen Globalisierung die eigenen Arbeiter vergisst, sorglos Arbeitsplätze transferieren lässt und gleichzeitig sich um illegale Immigranten sorgt. Man versteht nicht einmal warum sich die Zurückgelassenen in der Ex-DDR aufregen, nachdem ihre Arbeitsplätze platt gemacht wurden, und warum eben diese Leute sich ärgern wenn die Neuen Bürger überherzlich empfangen werden, während man sie selbst als „Pack“ bezeichnet. Es ist nur überraschend, dass die SPD/Etc überrascht sind, dass man sie nicht mehr als Heimat sieht.“

Qelle: s. o.