Medienspiegel

Weltwirtschaftsforum täuscht mit Global Gender Gap Report

Veröffentlicht

05. November 2016    –    Peter Mühlbauer

Österreichischer Wirtschaftskammer-Referent kritisiert die für den Bericht verwendeten Methoden als “unseriös und manipulativ”

„Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum oder kurz “WEF”) veranstaltet nicht nur das jährliche Elitentreffen in Davos, für das es vor allem bekannt ist, sondern gibt auch einen Global Gender Gap Report heraus. Der sorgte unlängst in deutschsprachigen Mainstreammedien für viel Aufmerksamkeit, weil Deutschland, die Schweiz und Österreich in der darin enthaltenen Gleichstellungs-Rangliste auf den Plätzen 13, 12 und 52 liegen – und damit hinter Ländern wie Ruanda, das dort auf Platz fünf kommt.

Kaum einem Mainstreammedium kam das merkwürdig genug vor, dass es sich fragte, was diese Rangliste eigentlich konkret aussagt und wie sie zustande kam. Stattdessen bedauerte man einhellig, wie schlecht es doch um die Gleichstellung bestellt sei, wenn ein afrikanisches Land so viel besser abschneidet.

Eine Ausnahme ist die österreichische Tageszeitung Der Standard, die den bei der österreichischen Wirtschaftskammer für Sozialpolitik und Gesundheit zuständigen Referenten Rolf Gleißner einen etwas intensiveren Blick auf das Zustandekommen der Liste werfen ließ. Das Urteil, zu dem Gleißner dabei kam, ist vernichtend: Die verwendeten Methoden sind seiner Ansicht nach “unseriös und manipulativ” – und die Botschaft, dass Länder wie Österreich bei der Gleichstellung hinter Entwicklungsländern lägen, hält er für “absurd”.“ (…)

https://www.heise.de/tp/features/Weltwirtschaftsforum-taeuscht-mit-Global-Gender-Gap-Report-3457356.html