Medienspiegel

Abschiebung von Bremer Straftätern: Keiner will Diebe und Drogendealer

Ralf Michel 12.12.2016

„Die Zahl der Diebstähle und Raubüberfälle durch sogenannte Antänzer ist in Bremen deutlich zurückgegangen. Ein Erfolg der Polizei, die mehr als zwei Dutzend der Täter, zumeist junge Männer aus Nordafrika, festsetzen konnte. Schon im Frühjahr kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) an, dass diese Gruppe hochkrimineller Nordafrikaner abgeschoben werden soll.

Doch es blieb bei der Absichtserklärung. Ein Teil der Männer sitzt zwar in Untersuchungs- oder Strafhaft, doch abgeschoben werden konnte noch kein einziger von ihnen. Nicht einmal mit Hilfe von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), den Mäurer persönlich um Unterstützung bat.

„Eine Abschiebung nach Algerien oder Marokko ist schwierig umzusetzen, da die nordafrikanischen Länder in der Regel schlecht kooperieren beziehungsweise die jungen Männer ihre Identität bewusst verschleiern“, erläutert hierzu die Innenbehörde auf Anfrage des WESER-KURIER.

Bundesregierung führt Gespräche

Entsprechende Schreiben aus Bremen seien ins Leere gelaufen. Für 29 junge Männer, die inzwischen allesamt volljährig sind, seien Rückübernahme-Ersuchen an die zuständige Botschaft gestellt worden. Ohne Erfolg: „Die nordafrikanischen Länder reagieren nicht auf die Ersuchen zu ihren straffällig gewordenen Staatsbürgern.“

„Um es ganz deutlich zu sagen: Diese kriminell agierenden jungen Männer wollen wir nicht bei uns behalten“, heißt es seitens der Innenbehörde. „Aber wir können sie nicht in irgendein Flugzeug setzen, nur um sie loszuwerden.“ Gefordert sei der Bund, der mit den Herkunftsstaaten Verhandlungen führen müsse.“ (…)

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