Medienspiegel

Christenverfolgung – Woher rührt unser Desinteresse?

Kisslers Konter: Das Christentum ist die am stärksten drangsalierte Religion. Die Christen des Westens kümmert das kaum. Drei Gründe für ein moralisches und politisches Großversagen.

„Weihnachten rückt näher und damit die Versuchung, aus dem Christentum eine Krippenreligion zu machen, nah gebaut an Kitsch, Krempel, Kindlichkeit. Dabei ist das Christentum auch 2016 gewesen, was es immer sein wird: die Religion des Kreuzes. Christen sind die am stärksten drangsalierte religiöse Gruppe. In den Worten des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz: „Über 100 Millionen Christen werden weltweit diskriminiert, bedroht und verfolgt. Wir müssen entschieden gegen Christenverfolgung vorgehen, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten.“ Warum tun „wir“ es nicht? Warum löst Christenverfolgung keinen #Aufschrei aus, keinen Mahnmarsch, keine Solidaritätskundgebung? Die Antwort ist so einfach wie traurig: weil Christen verfolgt werden.

Das lethargische „Wir“, von dem hier die Rede ist, besteht größtenteils selbst aus Christen. Es sind getaufte Europäer, die sich einen schlanken Fuß machen, wenn beispielsweise in Ägypten Christen in einem Gottesdienst ermordet werden. So geschah es nun in Kairo, wo 25 Kopten am Ende der Göttlichen Liturgie der Tod bereitet wurde, Frauen und Kindern vor allem, vielleicht genozidal planvoll; ohne Frauen, ohne Kinder keine Zukunft. Rasch verebbte die Anteilnahme nach der Ermordung des katholischen Priesters Jacques Hamel, ebenfalls während eines Gottesdienstes, wo er an Christi Statt dessen Opfer nachvollzog, am 26. Juli letztmals und buchstäblich und märtyrerhaft. Die Reaktionsmuster gleichen sich: Auf Abscheu und Empörung folgen Appelle an die Toleranz und Bekenntnisse zur Unumkehrbarkeit friedlicher Koexistenz. Alles richtig, alles einigermaßen sinnlos.

(…)

Christenverfolgung durch Muslime

Am offensichtlichsten jedoch ist der dritte, der zugleich am wenigsten thematisierte Grund. Es handelt sich mehrheitlich um Muslime, die Christen verfolgen. Dadurch wird die Tat nicht besser oder schlimmer als in jenen Fällen, in denen nationalistische Hindus oder atheistische Regimes diskriminieren – aber heikler und bedrängender. Sie rückt näher. Der „Krieg gegen Christen in der arabischen Welt“ wird, wie der Al Arabiya-Journalist Hisham Melhem beklagt, von Muslimen wie Christen öffentlich geleugnet. Warum? Aus Angst. Aus Angst, sich den Vorwurf des Rassismus zuzuziehen; aus Angst aber auch, sonst das Fernglas der Betrachtung gegen die heimische Brille eintauschen zu müssen. Muslime bilden eine wachsende Bevölkerungsgruppe im Herzen des Westens. Man erfuhr jüngst, „christliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten“ werden an deutschen Schulen von „muslimischen Mitflüchtlingen“ gemobbt – mit dem schlimmen Resultat, dass ein Gemobbter die Schule verlassen musste und die Mobber verblieben. In Österreich drängt derweil eine „Generation Haram“ auf islamische Verhaltens- und Bekleidungslehren unter Jugendlichen und etabliert „eine neue Verbotskultur mitten in Wien“. So kehren sich die Zeiten in ihr Gegenteil.

Von Christenverfolgung kann man da nicht reden, von der Ausbreitung muslimischen Dominanzgebarens schon.

Auch das kommende Jahr dürfte indes im Zeichen der Christenverfolgung stehen.

Da ist Leisetreterei aus Angst, aus einem Schuldkomplex, aus religiöser Vergesslichkeit die allerschlechteste Reaktion.

Das Böse verschwindet nicht, wenn man ein Tuch darüber legt.

Gefragt sind Klarheit, Wahrheit, Bekennermut.

Zumindest das ließe sich 2017 von Martin Luther lernen.

(Hervorhebungen GB)

http://cicero.de/salon/christenverfolgung-woher-ruehrt-unser-desinteresse

https://www.clarionproject.org/news/video-destruction-cathedral-hands-islamists#

und

http://www.theeuropean.de/berthold-pelster/11596-interview-mit-berthold-pelster

Kommentar GB:

Ich danke dem Autor, Dr. Alexander Kissler, für diesen wichtigen, dringlichen, ernsten und engagierten Artikel, der überfällig war, und den Herr Bischof Bedform-Strohm (und seine Geistesverwandten, auch aus der katholischen Kirche) am besten zur Morgenandacht im Radio öffentlich verlesen sollten, um sofort danach zurückzutreten: denn ihr derzeitiges Wirken ist ein schädliches.