Allgemein

Chronik der Gewalt im Arakan-Bundesstaat

Burma im Mai/Juni 2012

22. Juni 2012

„28.05.2012, Montag: Thidar Htwe, eine buddhistische junge Frau (27 Jahre), wird von drei Männern vergewaltigt und ermordet. Rohingya werden dafür verantwortlich gemacht.
30.05.2012, Mittwoch: Drei verdächtige Männer werden festgenommen.
03.06.2012, Sonntag: 10 Rohingya werden aus einem Bus gezerrt und von Rakhain-Buddhisten zu Tode geprügelt. Aus Rache für die Vergewaltigung und den Mord von und an Thidar Htwe. Die 10 Toten hatten keine Verbindung zu dem Mord, der Ermordeten oder den Mördern.
08.06.2012, Freitag: Erster Verhandlungstag des Mordfalles Thidar Htwe. Gewaltausbrüche nach der Rückkehr von Muslimen vom Freitagsgebet in Maungdaw, dutzende Häuser werden angezündet.
Rohingya-Flüchtlinge berichten, dass sie auf dem Fluss Naf von einem Helikopter angegriffen wurden. Dieser setzte drei von sechs Booten in Brand und tötete so Schätzungen zufolge rund 50 Menschen. Laut Augenzeugen handelte es sich dabei um einen burmesischen Helikopter, was die burmesischen Behörden allerdings bestreiten. Unabhängige Informationen liegen zurzeit nicht vor.
10.06.2012, Sonntag: Die Zentralregierung in Naypyidaw verhängt den Ausnahmezustand und Ausgangssperren von 18 – 6 Uhr sowie ein Versammlungsverbot (mehr als 5 Personen).
11.06.2012, Montag: Medien berichten: Einer der drei Angeklagten im Mordfall Thidar Htwe, Shaun Shou, begeht (angeblich) vor Verhandlungsbeginn am 09.06.2012 Selbstmord
13.06.2012, Mittwoch: Vijay Nambiar, Sonderberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon besucht den Arakan-Bundesstaat.
15.06.2012, Freitag: zwei der drei Angeklagten im Mordfall Thidar Htwe, Hla Win und Lu Lu, bekennen sich schuldig.
18.06.2012, Montag: Die zwei Angeklagten werden vom Provinzgericht Kyaukphyu nach Burmesischem Strafgesetzbuch wegen Vergewaltigung (Abschnitt 376), Mord (Abschnitt 301 (1c)) und Plünderung von Privateigentum (Abschnitt 392) zum Tode verurteilt, allerdings wurde seit 1988 keine zum Tode verurteilte Person in Burma hingerichtet.
19.06.2012, Dienstag: Erneute Gewaltausbrüche, Kämpfe zwischen Muslimen und Buddhisten aus den Dörfern Kutaung und Anautpyin in Yathetaung mit mindestens 12 Toten und 5 Verletzten sowie 20 zerstörten Häusern.
Ein Gericht in der Stadt Ye im Mon-Bundesstaat verurteilt 82 von 84 Rohingya-Flüchtlingen für Republikflucht und Verletzung der Migrations-Gesetze zu einem Jahr Haft. Die Rohingya versuchten nach Malaysia zu fliehen, nachdem sie vorher bei einem ersten Versuch nach Turbulenzen und Problemen mit ihren Booten von burmesischen Fischern gerettet wurden.
20.06.2012, Mittwoch: Die Sicherheitskräfte erklären, die Lage habe sich beruhigt und die Gewalt wäre unter Kontrolle.
21.06.2012, Donnerstag: Festnahme von 60 Muslimen aus dem Dorf Anautpyin aufgrund der Gewaltausbrüche vom 19.06.2012.
23.06.2012, Samstag: Radio Free Asia berichtet detaillierter über den Helikopter-Vorfall vom 08.06.2012 (s.o.).
11.07.2012, Mittwoch: In einem Gespräch mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), António Guterres, erklärt Burma’s Präsident Thein Sein, dass die ‚illegalen Migranten aus Bangladesh‘ niemals als Minderheit in Burma akzeptiert werden. Sie könnten entweder in ein drittes Land deportiert werden, dass sie bereitwillig aufnimmt, oder sie müssen in Flüchtlingslagern des UNHCR Schutz suchen. Eine andere Möglichkeit gäbe es nicht.

Diese Chronik wird weitergeführt und aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.“  Quelle:

https://gfbvberlin.wordpress.com/2012/06/22/chronik-der-gewalt-im-arakan-bundesstaat-burma-im-maijuni-2012/