Medienspiegel

Exklusion durch Inklusion

Veröffentlicht

Die sprachliche Integration von Frauen in Gesetzen, ihre Inklusion, droht andere Gruppen auszugrenzen.

07.12.2016, von Judith Froese

„Die Gleichbehandlung von Männern und Frauen hat nicht nur durch das Recht zu erfolgen, sondern soll auch in dessen sprachlicher Fassung artikuliert werden: So sehen Paragraph 1 Absatz 2 Bundesgleichstellungsgesetz und Paragraph 42 Absatz 5 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO) vor, dass Gesetzentwürfe die Gleichstellung von Frauen und Männern sprachlich zum Ausdruck bringen sollen. Dem generischen Maskulinum, der Herrschaft des Männlichen durch die Sprache wird der Kampf angesagt: Frauen sollen gleichermaßen von Gesetzen angesprochen werden und nicht lediglich implizit wie bei Verwendung des generischen Maskulinums. Demgemäß werden Unterschiede sichtbar gemacht (Bürgerinnen und Bürger, Beamtinnen und Beamte, Wählerinnen und Wähler) oder neutralisiert (Studierende). Manch eine Stilblüte lässt sich finden. Etwa wenn in der Straßenverkehrsordnung nicht mehr von Verkehrsteilnehmern und Radfahrern die Rede ist, sondern Formulierungen wie „wer am Verkehr teilnimmt“ (Paragraph 1 Absatz 2 StVO) und „Radfahrende“ verwendet werden.

Ist das noch verständlich? Schließlich hat es sich der Bund zugleich zum Ziel gesetzt, Normen sprachlich richtig und verständlich zu formulieren. Dass Gendergerechtigkeit und Verständlichkeit miteinander in Konflikt geraten, wird auch in den Empfehlungen des vom Bundesjustizministerium herausgegebenen Handbuchs der Rechtsförmlichkeit deutlich: So soll an herkömmlichen Formulierungen wie „Mieter“ oder „Käufer“ nicht gerüttelt werden.“ (…)

http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/gendergerechtigkeit-exklusion-durch-inklusion-14563961.html

Kommentar GB:

Dieser sprachverhunzende grobe Unfug gehört zu den Fehlententwicklungen, die korrigiert werden müssen.