Medienspiegel

Islamophilie, die Maske des Antisemitismus

 

Stand: 29.11.2016

Land richtet Beschwerdestellen an Unis ein

Der Schriftzug "HAWK" an der Bibliothek der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim. © dpa - Bildfunk Fotograf: Sebastian Gollnow

Nicht nur an der Hildesheimer Hochschule, sondern überall im Land sollen künftig Beschwerdestellen eingerichtet werden. (Archivbild)

Nach dem Antisemitismus-Skandal an der Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kultur (HAWK) will das niedersächsische Wissenschaftsministerium an allen Hochschulen des Landes Beschwerdestellen einrichten. Geplant seien Ombudsstellen, an die sich Studierende und Lehrende wenden könnten, bestätigte Ministeriumssprecherin Margit Kautenburger am Dienstag.

Nicht nur für Antisemitismus-Vorwürfe

Dabei könne es um ganz unterschiedliche Belange gehen, nicht allein um die mögliche Kritik an Lehrveranstaltungen etwa mit antisemitischen Inhalten. In Hildesheim schlug die Diskussion um ein inzwischen abgesetztes Seminar monatelang hohe Wellen. Sie führte unter anderem zum Aus für Hochschul-Präsidentin Christiane Dienel – der Senat der Hochschule zog seine Empfehlung für eine zweite Amtszeit ab 2017 zurück. Ein Gutachten kam zu dem Schluss, das Seminar enthalte israelkritische bis israelfeindliche Inhalte, einige Texte arbeiteten mit antisemitischen Klischees.

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HAWK von außen
02:53 min

HAWK-Seminar war laut Gutachten israelfeindlich

14.11.2016 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Zehn Jahre lang konnte eine Dozentin an der HAWK in Hildesheim ungehindert ein israelfeindliches Seminar abhalten. Ein Gutachten bestätigt nun die Vorwürfe gegen die Hochschule. Video (02:53 min)

Möglichst zügige Konsequenz

An dem Seminar hatte es schon über längere Zeit Kritik gegeben, die Hochschulleitung hatte jedoch zunächst nicht reagiert. Mit den Beschwerdestellen solle möglichst zügig eine Konsequenz aus den Hildesheimer Vorfällen gezogen werden, sagte Kautenburger. „Die Qualität der Lehre an den Hochschulen soll damit verbessert werden.“ Die bisherigen Bewertungen von Lehrveranstaltungen durch die Studenten reichten nicht immer aus, um sich ein klares Bild zu machen. Eine Arbeitsgruppe, in der neben dem Ministerium auch die Hochschulpräsidentinnen und Präsidenten vertreten seien, berate derzeit ein Konzept. Mit Ergebnissen rechne Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) bis zum Frühjahr.

Ausstellung wird verspätet eröffnet

In Göttingen sollte bereits vor einigen Wochen eine in der Kritik stehende Ausstellung gezeigt werden. Doch die Göttinger Universitätsleitung hatte die Eröffnung mehrfach verschoben. Nun wird die Palästina-Ausstellung an diesem Mittwoch in der privaten Göttinger Galerie „Alte Feuerwache“ eröffnet. Die Schau „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“ wird dort bis zum 16. Dezember gezeigt, wie die Göttinger Islamwissenschaftlerin Irene Schneider, der Göttinger Juraprofessor und Richter Kai Ambos und die Galerie mitteilten. Zeitgleich laden Kritiker der Ausstellung zu einer Veranstaltung über die Vertreibung von Juden aus den arabischen Ländern und dem Iran ein. (Hervorhebung GB)

Streit um Ausgewogenheit der Ausstellung

So zeige die Ausstellung unter anderem, dass es im Zuge der israelischen Staatsgründung zu massenhaften Vertreibungen und ethnischen Säuberungen der arabischen Bevölkerung gekommen sei. Dabei werde aber verschwiegen, dass eine der größten Fluchtursachen „der Angriffskrieg der arabischen Nachbarstaaten auf den jungen jüdischen Staat war“, hieß es. Die Jüdinnen und Juden im Nahen Osten würden in der Ausstellung als „kollektive Aggressoren“ dargestellt. Ambos und Schneider hatten die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, die Ausstellung stelle das Existenzrecht Israels nicht infrage. Vielmehr beleuchte sie historische Fakten, das habe mit Antisemitismus überhaupt nichts zu tun. (Hervorhebung GB)

[Kommentar GB:

Oh doch!

Siehe die Anmerkung von Truth weiter unten!

Genau diese scheinbar harmlose proarabische (oder propalästinensische oder islamophile) Haltung, vorzugsweise mit antizionistischer Wendung gegen den Staat Israel ist die heute übliche Maske des Antisemitismus, des Judenhasses, der zwar in seiner bekannten rassistisch-nazistischen Ausprägung vollständig diskreditiert ist, nicht aber dann, wenn er sich unter einer islamophilen Maske verbirgt. Ganz im Gegenteil: Mit aufgesetzter islamophiler Maske tun sich Politik, Medien und Gesellschaft kaum  Hemmungen an. Da geht beinahe alles.

Das ist es, was der  Islamwissenschaftlerin (!) Irene Schneider und dem Göttinger Juraprofessor und Richter Kai Ambos entgegengehalten werden muß.

Es handelt sich m. E. mithin sehr wohl um Antisemitismus, sogar in exemplarischer Form. Zur Erläuterung:

Ich bin gespannt, wann solche Leute eine Ausstellung über die Eroberung von Al-Andalus durch die spanischen „Kreuzritter“ aus dem Norden auf die Beine stellen werden, selbstverständlich aus Sicht der bedauernswerten Mauren, die unter Boabdil die von ihnen eroberte iberische Halbinsel in der umgekehrten Richtung wieder verlassen mußten, in der sie sie lange vorher unter Tarik betreten und erobert hatten.

Im Moment hört sich das noch abwegig an, aber genau das kommt, sofern alles so weiterläuft, sicher auf uns zu.]

Weitere Informationen
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Die Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung, Stefanie Schüler-Springorum (links) und die Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/Die Grünen) stellen das Gutachten zum Antisemitismus-Vorwurf gegen die HAWK in Hannover vor. © dpa - Bildfunk Fotograf: Peter Steffen/dpa

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Die Antisemitismus-Vorwürfe gegen ein Seminar der Hildesheimer Hochschule HAWK sind nach Ansicht eines Gutachtens berechtigt. Die Lehrmaterialen seien zum Teil israelfeindlich. (14.11.2016( mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.11.2016 | 08:00 Uhr

Truth schrieb am 30.11.2016 11:25 Uhr:

Bleiben wir mal bei den Fakten: als am Tag nach der Gründung des Staates Israel die arabischen Staaten unisono den Krieg erklärten war dies verbunden mit der Aufforderung, alle araber sollten das Land verlassen, da man dann sicher sein könne, nur noch auf juden zu stoßen, die man töten könne. Nach kurzer Zeit könnten dann die araber zurückkehren. Daraus wurde nichts. Im übrigen: Israel hatte den teilungsplan akzeptiert, die araber nicht. “