Medienspiegel

Malaysia verurteilt Gewalt gegen Minderheit in Myanmar

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/malaysia-myanmar-najib-razak-rohingya-gewalt

„Der malaysische Regierungschef hat die Politik Birmas gegenüber der ethnischen Minderheit der Rohingya als „Genozid“ bezeichnet. Die Welt könne nicht danebenstehen und zusehen, wie ein Völkermord stattfinde, kritisierte Ministerpräsident Najib Razak die De-facto-Regierungschefin von Birma, Aung San Suu Kyi, und deren Regierung. „Genug ist genug“ sagte er während einer Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern in einem Stadion von Kuala Lumpur.

Das buddhistische Birma verwehrt der muslimischen Minderheit der Rohingya Bürgerrechte. Zehntausende Mitglieder der Minderheit flohen in den vergangenen Jahren in benachbarte Länder wie Bangladesch, Indien und China. Das muslimisch geprägte Malaysia hat rund 56.000 Rohingya-Flüchtlinge aufgenommen.

In den vergangenen Wochen war der Konflikt in der Region im Westen Myanmars erneut aufgeflammt. Die Behörden machten Rohingya für einen Überfall auf Grenzpolizisten Anfang November mit neun Toten verantwortlich.

Die Armee riegelte daraufhin die Region an der Grenze zu Bangladesch ab. Seit Anfang November wurden mehr als 60 Menschen erschossen, die von der Armee als „Terroristen“ bezeichnet wurden.

Menschenrechtler sagen, dass Hunderte Häuser von Rohingya niedergebrannt wurden. Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan ist auf Einladung von Suu Kyi zurzeit in der Region, um sich ein Bild zu machen. (…)

Für die UN gehören die Rohingya zu einer der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Die Behörden verweigern ihnen die Staatsbürgerschaft, obwohl ihre Familien teils seit mehr als 150 Jahren dort leben. Die britischen Kolonialherren brachten sie einst aus dem heutigen Bangladesch an den Golf von Bengalen. Ihre Zahl wird auf rund eine Million geschätzt.

Seit dem Ende der Militärdiktatur in Birma 2011 schüren buddhistische Mönche den Hass auf die Muslime. Bei schweren Unruhen 2012 kamen mehr als 70 Menschen um. 140.000 Rohingya wurden aus ihren Häusern vertrieben und von den Behörden in Lager gepfercht. Viele leben dort bis heute hinter Stacheldraht.

Zehntausende haben schon versucht, mithilfe von Schleppern über die Andamanensee ins muslimische Malaysia zu gelangen. Viele wurden aber wie Sklaven zur Arbeit auf thailändischen Fischerbooten gezwungen. Andere wurden im Dschungel gefangen gehalten und erpresst. In Malaysia leben viele der Rohingya-Flüchtlinge illegal und arbeiten als schlecht bezahlte Hilfsarbeiter.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article159953674/Malaysia-wirft-Birma-Genozid-an-Muslimen-vor.html

http://www.nzz.ch/international/asien-und-pazifik/spannungen-zwischen-malaysia-und-burma-ungewoehnliche-kritik-an-aung-san-suu-kyi-ld.132466

Kommentar GB:

Vor der Eroberung Nordindiens durch die Muslime war der Buddhismus zeitweilig Staatsreligion, nämlich unter Ashoka. Die Buddhisten haben, ebenso wie die Hindus, genügend historische Erfahrungen mit dem Islam und mit der Islamisierung. Sie wissen, was sie vom Islam zu halten haben. Sie sind diesbezüglich auch nicht derart vergeßlich wie europäische Kirchenführer es offensichtlich sind. Eine Entsprechung zum europäischen Chrislam wird es im Buddhismus sicherlich nicht geben.

Werfen wir einen Blick zurück in das Jahr 2012; beachten Sie bitte die Schlußpassage:

„Chronik der Gewalt im Arakan-Bundesstaat, Burma im Mai/Juni 2012

28.05.2012, Montag: Thidar Htwe, eine buddhistische junge Frau (27 Jahre), wird von drei Männern vergewaltigt und ermordet. Rohingya werden dafür verantwortlich gemacht.
30.05.2012, Mittwoch: Drei verdächtige Männer werden festgenommen.
03.06.2012, Sonntag: 10 Rohingya werden aus einem Bus gezerrt und von Rakhain-Buddhisten zu Tode geprügelt. Aus Rache für die Vergewaltigung und den Mord von und an Thidar Htwe. Die 10 Toten hatten keine Verbindung zu dem Mord, der Ermordeten oder den Mördern.
08.06.2012, Freitag: Erster Verhandlungstag des Mordfalles Thidar Htwe. Gewaltausbrüche nach der Rückkehr von Muslimen vom Freitagsgebet in Maungdaw, dutzende Häuser werden angezündet.
Rohingya-Flüchtlinge berichten, dass sie auf dem Fluss Naf von einem Helikopter angegriffen wurden. Dieser setzte drei von sechs Booten in Brand und tötete so Schätzungen zufolge rund 50 Menschen. Laut Augenzeugen handelte es sich dabei um einen burmesischen Helikopter, was die burmesischen Behörden allerdings bestreiten. Unabhängige Informationen liegen zurzeit nicht vor.
10.06.2012, Sonntag: Die Zentralregierung in Naypyidaw verhängt den Ausnahmezustand und Ausgangssperren von 18 – 6 Uhr sowie ein Versammlungsverbot (mehr als 5 Personen).
11.06.2012, Montag: Medien berichten: Einer der drei Angeklagten im Mordfall Thidar Htwe, Shaun Shou, begeht (angeblich) vor Verhandlungsbeginn am 09.06.2012 Selbstmord
13.06.2012, Mittwoch: Vijay Nambiar, Sonderberater des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon besucht den Arakan-Bundesstaat.
15.06.2012, Freitag: zwei der drei Angeklagten im Mordfall Thidar Htwe, Hla Win und Lu Lu, bekennen sich schuldig.
18.06.2012, Montag: Die zwei Angeklagten werden vom Provinzgericht Kyaukphyu nach Burmesischem Strafgesetzbuch wegen Vergewaltigung (Abschnitt 376), Mord (Abschnitt 301 (1c)) und Plünderung von Privateigentum (Abschnitt 392) zum Tode verurteilt, allerdings wurde seit 1988 keine zum Tode verurteilte Person in Burma hingerichtet.
19.06.2012, Dienstag: Erneute Gewaltausbrüche, Kämpfe zwischen Muslimen und Buddhisten aus den Dörfern Kutaung und Anautpyin in Yathetaung mit mindestens 12 Toten und 5 Verletzten sowie 20 zerstörten Häusern.
Ein Gericht in der Stadt Ye im Mon-Bundesstaat verurteilt 82 von 84 Rohingya-Flüchtlingen für Republikflucht und Verletzung der Migrations-Gesetze zu einem Jahr Haft. Die Rohingya versuchten nach Malaysia zu fliehen, nachdem sie vorher bei einem ersten Versuch nach Turbulenzen und Problemen mit ihren Booten von burmesischen Fischern gerettet wurden.
20.06.2012, Mittwoch: Die Sicherheitskräfte erklären, die Lage habe sich beruhigt und die Gewalt wäre unter Kontrolle.
21.06.2012, Donnerstag: Festnahme von 60 Muslimen aus dem Dorf Anautpyin aufgrund der Gewaltausbrüche vom 19.06.2012.
23.06.2012, Samstag: Radio Free Asia berichtet detaillierter über den Helikopter-Vorfall vom 08.06.2012 (s.o.).
11.07.2012, Mittwoch: In einem Gespräch mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), António Guterres, erklärt Burma’s Präsident Thein Sein, dass die ‚illegalen Migranten aus Bangladesh‘ niemals als Minderheit in Burma akzeptiert werden. Sie könnten entweder in ein drittes Land deportiert werden, dass sie bereitwillig aufnimmt, oder sie müssen in Flüchtlingslagern des UNHCR Schutz suchen. Eine andere Möglichkeit gäbe es nicht.“

https://gfbvberlin.wordpress.com/2012/06/22/chronik-der-gewalt-im-arakan-bundesstaat-burma-im-maijuni-2012/