Medienspiegel

Ohne Sinn und Sicherheit

Gastkommentar von Walter Hollstein     –     16.12.2016
Wo die Geschlechterrollen immer weiter verfliessen, verpasst es die Gesellschaft, männlichen Jugendlichen Verhaltenssicherheit und ein Gefühl für Authentizität zu vermitteln. Das könnte sich rächen.
„Geschlechterverhalten – so lautet das von der feministischen Gender-Theorie verbreitete Credo unserer Zeit – ist sozial konstruiert. Judith Butler ist die Galionsfigur dieses Denkens. Was sozial konstruiert ist, kann auch jederzeit verändert werden – im Gegensatz zu dem, was biologisch bedingt ist. So wird Geschlechtsidentität bei Butler zum Spiel – als Subversion, Parodie, Travestie. Die Botschaft ist, dass es keine Demarkationslinien mehr gibt, keine Grenzen von Weiblichkeit und Männlichkeit, keine einbindenden, beschränkenden und stigmatisierenden Geschlechterrollen. (Hervorhebung GB)
Im Rahmen unserer noch immer ungebrochenen Fortschrittsgläubigkeit mag dies eine Glücksvision sein: Die Freiheit unbegrenzter Machbarkeit dehnt sich auf die eigene Geschlechtlichkeit aus. Auf der Strecke bleibt die Überlegung, ob Grenzen für uns als Menschen nicht auch eine wichtige Bedeutung haben. Das gilt nicht nur in vergleichsweise banalem Sinn für die zwischenstaatliche Politik, sondern auch in einem tieferen Sinn für die menschliche Anthropologie. Grenzen sind unabdingbar für unsere Identitätsfindung. Insoweit der Mensch sich öffnet, erkennt er seine Möglichkeiten und das Potenzial, das in ihm steckt. Insoweit er sich abgrenzt, anerkennt er die ihm auferlegte Wirklichkeit. Seine Grenzen zu kennen, schafft Identität und Sicherheit.“ (…)
Es stellt sich von hier aus auch die Frage nach der Relevanz Butlerschen theoretischen Denkens. Gewiss ist es hoch elaboriert; aber belegbar ist davon nur wenig. Kürzlich haben zwei deutsche Soziologinnen, Cornelia Koppetsch und Sarah Speck, in einer aufwendigen Arbeit das gegenwärtig zu beobachtende Rollenverhalten beider Geschlechter empirisch überprüft: Da war nur wenig von Spiel, aber sehr viel von altem Rollenverhalten zu erkennen. (Hervorhebung GB) (…)

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/orientierungslose-junge-maenner-ohne-sinn-und-sicherheit-ld.135056

http://www.nzz.ch/das-dilemma-der-anerkennung-1.3062848

Kommentar GB:

Judith Butler ist eine führende Exponentin der Lesben & Schwulen-Bewegung.

Das ist alles. –

Was ansonsten davon zu halten ist, das lesen sie hier:

http://www.gender-diskurs.de/2016/12/wulf-krause-die-trump-wahl-und-der-fundamentalirrtum-des-feminismus/