Medienspiegel

Warum niemand den Aufstand gegen Merkel wagt

von Ferdinand Knauß

„An der Basis der CDU werden die Stimmen der Unzufriedenen lauter. Die Geschlossenheit der Funktionäre verdeckt die große Verunsicherung in einer Partei, deren politische Substanz sich aufzulösen droht.

Fragt man CDU-Mitglieder wenige Tage vor dem Parteitag in Essen nach der Stimmung, ist die Antwort meist ähnlich: Es brodelt. Nicht so sehr in der Bundestagsfraktion in Berlin oder in den Landtagen. Aber an der Basis, also bei den hunderttausenden Parteimitgliedern, die nicht mit Politik ihr Geld verdienen, sondern – im Gegenteil – die Partei mit Mitgliedsbeiträgen finanzieren und in Wahlkämpfen als treue Parteisoldaten Plakate kleben oder an unwillige Passanten Flyer verteilen sollen.“ (…)

(…) In keiner etablierten Partei ist die Verunsicherung so tief- und umgreifend wie in der CDU. Immer wieder hört man von aktiven, in ihren Orts- und Kreisverbänden bisher sehr engagierten Mitgliedern, die austreten. Maximilian Krah, Rechtsanwalt und ehemaliger Ortsvereinsvorsitzender in Dresden, der auch einmal Ambitionen auf ein Bundestagsmandat hatte, ist im September ausgetreten. Sein Schreiben fasst vermutlich treffend zusammen, was sehr viele Konservative in der Union umtreibt: „Niemand ist der CDU beigetreten für eine Politik der unbegrenzten Zuwanderung. Niemand für eine Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch die Europäische Zentralbank. Niemand für eine Energiewende, die über die Pläne von Rot-Grün hinausläuft. Niemand hat je einen CDU-Aufnahmeantrag gestellt, damit die Türkei EU-Mitglied wird. Und erst recht hätte sich niemand, der vor 2005 CDU-Mitglied wurde, je träumen lassen, dass die Partei, der er angehört, das alles aktiv betreiben würde.“ Mit der Website www.cdu-austritt.de ermuntert Krah andere, ihm zu folgen.“ (…)

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/in-der-cdu-brodelt-es-warum-niemand-den-aufstand-gegen-merkel-wagt/14913684-all.html

https://www.gmx.net/magazine/politik/wahlen/bundestagswahl/angela-merkel-parteitag-cdu-vorsitzende-wiedergewaehlt-32047842

https://www.gmx.net/magazine/politik/wahlen/bundestagswahl/cdu-parteitag-essen-daempfer-angela-merkel-32048680

Denkzettel: 156 von 991 Delegierten stimmen nicht für Merkel

Es wurde geklatscht, bis das Soll übererfüllt war – und dann kam der Denkzettel. CDU-Delegierte wissen auch nicht mehr, was von ihnen erwartet wird: Unter 90 % Zustimmung, das gilt als Niederlage.

http://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/merkel-haelt-kurs-als-ueberparteiliche-cdu-kanzlerin/