Medienspiegel

Zur Anzahl der Muslime in Deutschland und Europa

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Den irrenden Artikeln ist gemeinsam, dass sie auf der einen Seite Vorurteile gegen die zunehmende Islamisierung Deutschlands kultivieren. Andere wollen gegen dies Vorurteile antreten, gegen Überfremdungs-Ängste und falsche „gefühlte“ Zahlen. Das mag mgen zu dem Artikel bewogen haben Zur Anzahl der Muslime in Deutschland und Europa.

Zitiert wird eine Staistik von Statista, nach der 34% der Deutschen glauben, Deutschland werde zunehmend islamisiert, 57% glauben das aber nicht. Die Zahl der Muslime in Deutschland wurde demnach überschätzt: knapp ein Drittel glaubte laut Tagesspiegel an 10 Millionen Muslime in Deutschland. Der durchschnittliche EU-Schätzwert lag laut ORF bei 16%, es wären tatsächlich aber nur 3%. Für Deutschland ist das Doppelte realistisch, also 6%, und die 16% in dieser Statistik würden 13 Millionen entsprechen.

Beeindruckt davon fragt mgen: Warum mag das so sein? Warum fühlen sich so viele Leute bedroht durch alles Fremde?

Dazu stellt mgen eine Milchmädchenrechnung auf: Zunächst einmal war die starke Einwanderung von 2015 einmalig. Und selbst wenn jedes Jahr eine Million Muslime nach Deutschland kommen würden, gäbe es eine muslimische Bevölkerungsmehrheit in frühestens 70 Jahren.

Mgens Fazit: Bei nüchterner Betrachtung bleibt für Alarmismus und Panik wenig Raum. In der EU ist der Anteil der Muslime 4%, in Deutschland 5% (veraltete Zahl). Steile Thesen von der angeblichen Islamisierung seien deshalb eindeutig Unsinn – soweit mgen.

Tja, das geht allerdings an der Realität vorbei. Der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung ist der einzige, der steigt, und zwar enorm. Jetzt sind es ca. 23% Muslime weltweit, gegenüber gut 31% Christen. Für 2050 wird ein Gleichstand bei etwa 30% vorausberechnet. Auch in Europa und in Deutschland steigt der Anteil der Muslime, und zwar nicht nur durch Einwanderung.

Die Gebutrenrate ist höher, wo die Mädchen früh verheiratet werden und früh Kinder kriegen, und wo das noch durch falsche Anreize gefördert wird (siehe Flüchtlingskrise offenbart Schwachstellen des Sozialstaates). Die deutsche Geburtenrate ist durch den Einfluss der Ausländer nach oben gegangen, von 1,3 auf 1,5 Kinder pro Frau. Dieser Unterschied von 0,2 hört sich nicht nach viel an, aber er beschreibt eine Zunahme von 15% der Geburten allein durch Ausländer.

Der Anteil der Muslime bzw. von Ausländern oder Deutschen mit Migrationshintergrund wird viel stärker steigen, als mgen glaubt. Die gefühlten Zahlen von 16% Muslimen sind für die jungen Altersgruppen sogar noch untertrieben.

Das Statistische Bundesamt – Bevölkerung nach Migrationsstatus regional – Ergebnisse des Mikrozensus 2011 zeigt eine Verteilung, die zu denken gibt: Bei den unter 10-Jährigen stellen Kinder aus Einwandererfamilien rund 35 Prozent der Bevölkerung. Am höchsten ist der Anteil von Einwandererkindern bei den unter 6-Jährigen in Bremen (58 Prozent) gefolgt von Hamburg (49 Prozent) und Hessen (46 Prozent). In den neuen Bundesländern dagegen stammt nur jedes zehnte Vorschulkind aus einer Einwandererfamilie.

Der Migrationsbericht 2014 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist das Aktuellste, was offiziell verfügbar ist. Zum Vergleich vorher noch der gleiche Bericht von 2013 (Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Mikrozensus 2013). In beiden Publikationen des Statistischen Bundesamts ist die Alterspyramide nach Migrationshintergrund angegeben, allerdings ohne Aufschlüsselung nach Religion (warum nicht!?). Die grünen und orangenen Anteile wurden zwischenzeitig zumindest verbal umdefiniert, man kann füglich nicht behaupten, dass so viele eingedeutscht worden seien.

alterspyramide2013alterspyramide2014Die Pyramiden sind überholt durch die starken Flüchtlingsströme 2015 und 2016. Der Anteil der Muslime ist gegenwärtig mindestens 6%. Wenn der Zuzug weitergeht und noch der Familiennachzug kommt, sind auch schnell 7% oder 8% drin. Dabei ist das der globale Wert – bei den 100-Jährigen sind 0% Muslime dabei. Die Pyramiden zeigen dafür einen um so höheren Anteil von jungen Ausländern bzw. Deutschen mit Migrationshintergrund. Bei den jungen Jahrgängen bis 10 ist es 1/3. Von 10 bis 20 ungefähr 1/4. Von 20 bis 30 ungefähr 1/5.

Im Klartext, wenn die jungen Jahrgänge älter werden, kriegen wir von ganz allein einen Anteil von 1/3 über immer mehr Dezentilen, und der größte Teil davon ist muslimisch. Es kommen drei Entwicklungen zusammen:

  • die Fortschreibung des 1/3 bei der Jugend,
  • der weitere Zuzug und
  • die höhere Geburtenrate.

Der veraltete Durchschittswert der 5% verführt viele Leute zu falschen Einschätzungen. Deshalb verkennen sie, dass eine starke Zunahme des muslimischen Bevölkerungsanteils in Gang ist. Die Kurven und Daten oben beweisen: Das ist demografische Realität und weder Alarmismus noch Panik. Auch wenn die interessanten Prognosen bei den Zahlen des statistischen Bundesamts fehlen, dürfte die muslimische Mehrheit von >50% absehbar kommen. Wenn der Trend sich fortsetzt, kann es schätzungsweise ab 2050 soweit sein. Auch das ist keine steile These von der angeblichen Islamisierung, sondern reale Möglichkeit bei Fortschreibung der drei Entwicklungen. (Hervorhebung GB)

Außer natürlich es geschieht ein göttliches Wunder: Viele Religiöse kommen zur Besinnung und wenden sich von der Religion ab. Warum eigentlich nicht diese Form der Integration in die Vernunft?

Nachsatz: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nutzt nicht die modernen Möglichkeiten, um aktuelle Zahlen reinzustellen. Geschweige denn, dass Trends berechnet werden und das prognosziert und aufgeschlüsselt wird, was alle wissen wollen. So trägt das BMI zu der misslichen Lage bei, wo hetzerische Nationalisten und treudoofe Liberale ohne echte Zahlen argumentieren.“  –  Quelle:

http://www.wissenbloggt.de/?p=36316