Medienspiegel

Die Fehler der postmarxistischen Restlinken auf dem Feld der Theorie

Vorbemerkung – mit Bezug auf:

Norbert Trenkle (03.02.2015)

gespiegelt aus krisis.org (http://www.krisis.org/2015/gottverdammt-modern)

„Gottverdammt modern

Warum der Islamismus nicht aus der Religion erklärt werden kann“  –

  • und was an dieser Auffassung falsch ist (GB):

Von Hartmut Krauss

„Die postmarxistische Restlinke leidet prinzipiell an folgenden theoretisch-ideologischen Grundübeln:

 

  1. Ökonomismus: Die Verbindung einer vulgärmaterialistischen Sichtweise (die alles aus Ökonomie und Wertlogik ableiten will) mit einer reduktionistischen Fixierung auf den westlichen Kapitalismus als scheinbar allein relevante Herrschaftskultur. Das gilt insbesondere auch für „Sozialismus“ (Bischoff u.a. sowie) und KRISIS (Trenkle, früher Robert Kurz). Dazu mein „Anti-Empire“-Text und http://www.glasnost.de/autoren/krauss/herrschaft4.html

 

 

  1. Aufklärungsverrat: Die Destruktion sowohl der religionskritischen (von der Radikalaufklärung über Feuerbach zu Marx und Engels) als auch der ideologie- und hegemonietheoretischen (frühe Frankfurter Schule; Lukács, Gramsci u.a.) Entwicklungslinie. Dazu mein Aufsatz im letzten „WIDERSPRUCH“ sowie Europäische Moderne und islamische Herrschaftskultur“ http://www.gam-online.de/text-eu-moderne.html

 

  1. „Grauer Star“ auf subjektwissenschaftlichem Gebiet: Verzicht auf die Aneignung und Weiterentwicklung der subjektivitätstheoretischen Ansätze im Rahmen des materialistisch-dialektischen Theorieprogramms (Freudomarxismus; Kulturhistorische Schule; Kritische Psychologie). Hierzu zum Beispiel: http://www.glasnost.de/autoren/krauss/gramsci.html und http://www.praxisphilosophie.de/krauswid.pdf

 

 

  1. Das kontaminierende Eindringen postmodernistischer Ideologie in den linken Diskurs: Multikulturalismus, Kulturrelativismus, poststrukturalistischer Feminismus, Genderismus, „Rassismus ohne Rasse“.

Hierzu: http://www.glasnost.de/autoren/krauss/kumpanei.html

http://archiv.neue-impulse-verlag.de/veroeffentlichungen/ebooks/38-gescheiterte-moderne-zur-ideologiekritik-des-postmodernismus.html

 

Negativ hervorzuheben ist darüber hinaus die Fixierung der Religionskritik auf die Kritik des Christentums bei weitgehender Ausblendung bzw. Marginalisierung der Islamkritik seitens der säkularen Verbände. Diese stehen einerseits unter der politisch-ideologischen Vormundschaft von SPD, Grünen und Linkspartei; repräsentieren andererseits aber auch nur eine relativ kleine Zahl der weltanschaulich-politisch heterogen zusammengesetzten  „Religionsfreien“.

Kommentar GB:

Ich zitiere, um den Sinnzusammenhang erkennbar zu machen, einen Absatz aus dem Text von Trenkle (Hervorhebung GB):

„Diese identitäre Frontstellung erfuhr zusätzliche Bestärkung noch dadurch, dass große Teile der muslimisch geprägten Weltregion in besonderem Maße von Krieg und Gewalt überzogen wurden, weil sie im Zentrum geostrategischer Interessen lagen und liegen. Das betraf natürlich insbesondere die Ölvorkommen, aber in Zeiten des Kalten Krieges auch den Kampf der Großmächte um Einflusszonen wie im Fall von Afghanistan, das in den Mühlen des Ost-West-Konflikt förmlich zermahlen wurde und in der Folge zu einem Hotspot des militanten Islamismus wurde. Hinzu kam noch der Israel-Palästina-Konflikt, der weit über seinen eigentlichen Charakter als relativ kleine, territorial begrenzte Auseinandersetzung hinaus in der arabischen Welt und der antiimperialistischen Ideologie mit einer ungeheuren symbolischen Bedeutung aufgeladen und zu einer Projektionsfläche des antisemitischen Ressentiments wurde, dessen Erbe der Islamismus ebenfalls antrat. Gerade an diesem Punkt wird noch einmal besonders deutlich, dass der Islamismus nichts mit dem traditionellen Islam, der gar keinen Antisemitismus oder Antijudaismus kannte, zu tun hat; dieser stellt vielmehr einen Import aus dem „aufgeklärten Westen“ dar und konnte im sogenannten muslimischen Raum erst im Zuge der nachholenden kapitalistischen Modernisierung Fuß fassen. (Vgl. Holz 2005)“.

Gerade an diesem Punkt wird in erschütternder Weise offensichtlich, daß Trenkle anscheinend die Geschichte des Islam nicht kennt, und dasselbe muß wohl auch von Holz (2005) gelten, auf den er sich beruft.

Denn das Gegenteil trifft zu.

Der Islam war bereits seit der Medina-Zeit des Mohamed in mörderischer Art und Weise judenfeindlich, und das ist nicht nur beim Grußmufti von Jerusalem, dem Zeitgenossen und Verbündeten des europäischen Faschismus, sondern bis heute so geblieben, wie an den islamfaschistischen Muslimbrüdern und ihrem Ableger, der Hamas im Gaza-Streifen besichtigt werden kann.

Und diese islamfaschistischen Kräfte sind es, die hier einer Kritik entzogen und die auch noch falsch legitimiert werden.

Hamed Abdel-Samad:

Mohamed – Eine Abrechnung,

München 2015,  Kapitel 6: Mohamed und die Juden, S. 185 ff.

Hamed Abdel-Samad

Der islamische Faschismus – Eine Analyse, München 2014

 

Scharia & Co.: Artikel zur Islamkritik