Medienspiegel

Bundesregierung verbittet sich Erdoğans Nazi-Vergleich

6. März 2017

http://www.zeit.de/politik/2017-03/tuerkei-recep-tayyip-erdogan-nazi-vergleich-reaktionen

Kommentar GB:

Wenn ein orientalischer Despot solche Vorwürfe erhebt, dann mag das verärgern oder zur postkarnevalistischen Heiterkeit beitragen. –

Es sei hier aber noch angemerkt, daß sich nicht nur die Bundesregierung Vergleiche dieser Art energisch verbittet, durchaus zu Recht selbstverständlich, es gibt auch andere Leute, die die sogenannte „Nazikeule“ zurückweisen, die immer dann herausgeholt wird, wenn es an triftigen Argumenten fehlt.

All diese Kampfbegriffe bedeuten in Wahrheit inhaltlich gar nichts. Es handelt sich einfach um die modischen Schimpfworte 1, 2 , 3 … n, und es geht ausschließlich um ihre Funktion, nämlich als verbale Wurfgeschosse zu dienen. Weder eine zutreffende Bezeichnung geschweige denn ein Dialog sind damit beabsichtigt. Ganz im Gegenteil, beides soll rigoros unterbunden werden, und es wird im Ergebnis tatsächlich unterbunden.

Die verbale Gewaltstrategie wirkt, ist aber zugleich ein deutliches Symptom einer auf den Hund gekommenen öffentlichen Debatte, die kaum noch unter Normalbedingungen stattfinden kann. Von der Normalität entfernt sich diese Gesellschaft auf etlichen Gebieten immer mehr. Und das ist kein Grund zum Optimismus.