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Debatte um Leitkultur

Für Sahra Wagenknecht sind die Grundlagen einer Leitkultur sowohl bei Kant als auch bei Goethe zu finden. Doch es seien nicht in erster Linie die Flüchtlinge, die ein Handeln nach einem Wertekanon vermissen ließen, schrieb sie 2015.

http://cicero.de/berliner-republik/debatte-um-leitkultur-nationalhass-als-folge-mangelnder-kultur

Kommentar GB:

Der erste Absatz kam mir beim Lesen seltsam bekannt vor. Sahra Wagenknecht hätte beinahe etwas verstanden, und vermutlich hat sie das, was gemeint war, tatsächlich verstanden, aber dann hat sie, vermutlich aus taktischen Überlegungen heraus, den Fokus auf eine Frage verschoben, um die es gar nicht geht; eine Ablenkung.

Es geht bezüglich der muslimischen Immigranten aber um die Frage, wie eine tendenzielle Assimilation anstatt einer akkulturativen Segregation in muslimischen Parallelgesellschaften gefördert und durchgesetzt werden kann; dazu ist eben nicht ein anything goes, nicht ein kulturrelavistischer Pluralismus, nicht ein formaler Hinweis auf das Grundgesetz allein hilfreich, sondern Klarheit darüber, was zur europäischen Leitkultur zählt, und damit zugleich, was nicht zu ihr zählt: nämlich z. B. die Scharia, und damit der Islam.

Unser Ex-Bundespräsident Wulf ist bekanntermaßen anderer Auffassung, aber er irrt sich, nicht zuletzt deswegen, weil er nicht oder nicht hinreichend zwischen dem Islam als einer Doktrin bzw. Ideologie und den hier lebenden Muslimen unterscheidet. Die Muslime können sich individuell integrieren, wenn sie das wollen, ganz einfach, indem sie entschlossen den Weg der Assimilation einschlagen. Tatsächlich gibt es solche erfreulichen Fälle, aber man muß auch wissen, daß die koranische Lenkung die Muslime zur Akkulturation und Abgrenzung von den „Ungläubigen“ auffordert.

Wer sich als Muslim in Europa koranisch orientiert, der kann nicht integriert werden, weil das gegen seinen koranisch gelenkten Willen unmöglich ist. Aber wer meint, er könne oder solle oder müsse in Europa nach islamisch-schariatischen Vorstellungen leben, der ist hier fehl am Platze, denn die Scharia ist nicht verfassungskonform.

Aber es gibt ja mehr als genug islamische Länder, die sicherlich gerne bereit sind, migrantische Muslime aufzunehmen. Zum Beispiel die reichen Golfstaaten, die zwar niemanden aufnehmen, sondern die m. W. mit deutscher Unterstützung ihre Zäune bauen, die aber  in Europa gerne und großzügig den Bau von Moscheen finanzieren – weil sie das architektonische Zeichen der islamischen Landnahme sind: nach der Eroberung von Konstantinopel bzw. Byzanz wurde die Hagia Sophia in eine Moschee umgewandelt. Wenigstens ist der Petersdom in Rom noch katholisch; noch.

Der Islam als Doktrin ist ein unlösbares Integrationshindernis; er kann nicht integriert werden. Es gibt hier ausschließlich eine Integration in den Islam, also die Unterwerfung – man lese den gleichnamigen Roman von Michel Houellebecq, der damit verblüffend nah an den aktuellen Ereignissen in Frankreich ist – , oder aber die Abgrenzung – wie in der spanischen Reconquista. Also: entweder man betreibt eine Politik der Unterwerfung, oder aber eine Politik der Abgrenzung. Das ist die Wahl, um die es geht, und die wir alle zu treffen haben.

Der Rest ist Illusion, oder eine Fata Morgana, wie die sagenhafte Zwei-Staaten-Lösung in Nahost.