Medienspiegel

Trump feuert FBI-Chef Comey

Unerwartet hat US-Präsident Donald Trump seinen FBI-Direktor James Comey gefeuert. Das Weiße Haus dementiert einen Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen, die Comey geleitet hatte – doch nur wenige glauben das.

Von , New York

http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-donald-trump-feuert-fbi-direktor-james-comey-a-1146933.html

http://www.timesofisrael.com/trump-fires-fbi-director-james-comey/?utm_source=The+Times+of+Israel+Daily+Edition&utm_campaign=bea8b050ec-EMAIL_CAMPAIGN_2017_05_10&utm_medium=email&utm_term=0_adb46cec92-bea8b050ec-55670877

https://www.nwzonline.de/politik/wie-aus-heiterem-himmel_a_31,2,4121441071.html

https://www.nzz.ch/international/chronologie-zur-entlassung-von-comey-wie-der-fbi-direktor-in-den-sumpf-rutschte-ld.1292130

https://consortiumnews.com/2017/04/10/neocons-have-trump-on-his-knees/

Übersetzung dieses Textes:

„Die Neokonservativen haben Trump auf die Knie gezwungen“
Von Robert Parry, 10. April 2017

Exklusiv: Die Hysterie der Demokraten, Russland sei schuld an Hillarys Wahlniederlage, hat einen geschwächten Präsidenten Trump in die Arme der Neokonservativen getrieben; sie legen ihm jetzt eine lange Liste von Ideen für Endlos-Kriege vor, die er umsetzen soll, schreibt Robert Parry.
Von Robert Parry

(…)

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38221

und

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38012

Kommentar GB:

Die interne machtpolitische Lage in den USA ist uneindeutig. Das nach wie vor bestehende globalistische Machtzentrum kontrolliert zwar nicht mehr unmittelbar das Weiße Haus, besteht aber weiter und hat in anderen Institutionen nach wie vor großen bis bestimmenden Einfluß, so etwa im Kongreß, bis hinein in die Republikanische Partei, und auch im Sicherheitsstaat.

Trump hat sich machtpolitisch noch immer nicht konsolidieren können.

Daher handelt es sich derzeit um eine machtpolitsche Doppelstruktur, die, wie wir wissen,  wesensmäßig instabil ist und nur temporär existieren kann.

Auffällig ist, daß die Democratic Party (DP), das formelle politische Zentrum der Gobalisten und ihrer global governance, deutlich besser organisiert ist als die Nicht-Globalisten. Die Republikanische Partei (RP) der USA scheint diesbezüglich politisch und intellektuell fragmentiert und intern insgesamt weniger klar und geschlossen zu sein als es die Demokratische Partei offenbar ist. Trump kann eben nicht einfach unterstellen, daß die RP ihm zu folgen bereit ist; ganz im Gegenteil muß er ständig befürchten, daß ihm die politische Gefolgschaft aus der RP heraus verweigert wird.

Zwar ist es nicht, wie bereits im November 2016 von der DP geplant, gelungen, Trump innerhalb der ersten 100 Tage seiner Amtszeit abzulösen, aber er konnte immerhin stark gebremst und im Hinblick auf die Erreichung seiner kurzfristigen Ziele fast neutralisiert werden. Das ist für die DP sicherlich ein Teilerfolg. Ein Amtsenthebungsverfahren wird offenbar weiter vorbereitet; es geht derzeit offenbar darum, so oder so das hierfür nötige Material zu sammeln.

Trump dürfte inzwischen längst erkannt haben, daß er es mit einem tief gestaffelten, komplexen und nicht auf die USA beschränkten Machtgefüge mit großem Dunkelfeld zu tun hat, in dem das Weiße Haus eine zwar zentrale, aber keineswegs die einzig relevante Institution und Position darstellt. Andere sind z. B. das FBI, sowie der Supreme Court, der Kongreß, und – nicht zuletzt – die Geheimdienste, ganz abgesehen von sonstigen, privaten Hintergrundinstitutionen.

Das heißt, der Machtkampf zwischen Globalisten und Nicht-Globalisten ist keineswegs entschieden. Er geht vielmehr in die nächste Runde.

Nicht ausgeschlossen, sondern zunehmend wahrscheinlich ist, daß es gerade dann für Trump besonders gefährlich werden dürfte, und zwar auch ganz persönlich, wenn es ihm gelingen sollte, sich innerhalb dieses US-Machtkomplexes schrittweise gegen seine globalistischen Gegner durchzusetzen. Um jede einzelne Machtposition wird daher hinter den politischen Kulissen zäh und erbittert gekämpft. Die Vorgänge um das FBI gehören zweifellos in diesen Zusammenhang.