Medienspiegel

ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke im Interview

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„18. „Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat“
„Das Herz eines Journalisten darf nie übers Hirn bestimmen.“ Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-aktuell, hat sich im Interview mit dem Medienmagazin journalist für eine sachlich-nüchterne Berichterstattung ausgesprochen – „egal ob uns populistische Bewegungen oder demokratisch gewählte Präsidenten gefallen oder nicht“. So verfahre die Tageschau auch bei US-Präsident Donald Trump. Gniffke: „Wir haben uns nicht zu positionieren, sondern nur nüchtern zu beschreiben, wie sich Trumps Politik unter Berücksichtigung aller Fakten darstellt. Wir sollten den Teufel tun, unserem Publikum zu sagen, was es zu denken hat. Auch nicht zwischen den Zeilen. Das wäre das Ende unserer Glaubwürdigkeit und ehrlich gesagt auch das Gegenteil von dem, was ich unter guten Journalismus verstehe.“
Quelle: journalist – Das Medienmagazin

Anmerkung Paul Schreyer: Die Worte klingen gut, allein die Taten stehen in erheblichem Widerspruch dazu, wie hier berichtet. Gniffke selbst hat bereits eingeräumt, dass es bei der ARD Sprachregelungen auch zur Beschreibung politischer Akteure gibt. Schon vor einem Jahr hieß es dazu in einem Artikel von Stefan Niggemeier: „Bei der ‚Tagesschau’ sind zwei Arbeitsgemeinschaften dafür zuständig, sich über treffende Wörter Gedanken zu machen und heikle Begriffe zu klären. Die AG Sprache besteht aus sechs Chefs vom Dienst (CvD) aus den verschiedenen Redaktionen von ARD-aktuell (‚Tagesschau’, ‚Tagesthemen’, tagesschau.de). Einmal im Quartal nehmen die sich einen Tag lang Zeit, um ausführlich über Formulierungen in den Nachrichtensendungen zu reden, im vergangenen Jahr etwa ausführlich über die Griechenland-Berichterstattung. Ihre Ergebnisse gehen an alle Redakteure und werden in einem Redaktions-Wiki festgehalten. Die kleinere Arbeitsgemeinschaft Richtlinien (drei CvDs) ist zuständig, wenn vertiefende Recherchen notwendig sind, um Begrifflichkeiten zu klären. Sie beraten, ob eine Partei ‚rechtspopulistisch’ oder ‚rechtskonservativ’ genannt werden soll, und entscheiden, wie bestimmte Organisationen als Quellen zu bewerten sind.“ “