Medienspiegel

Wer unsinnige Fragen stellt, der erhält unsinnige Antworten

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Altersvorsorge

Frauen erhalten in Deutschland nur halb so viel Rente wie Männer

Bei den Renten klafft eine große Lücke: Frauen erhalten im Schnitt 53 Prozent weniger Geld als Männer. Die Kluft wird zwar stetig kleiner – eine vollkommene Angleichung wird aber noch Jahrzehnte dauern.

Kommentar GB:

Der zugrunde liegende Denkansatz ist kompletter Unsinn, denn bei sozialen Rentenversicherung hängen eben die Auszahlungen von den Einzahlungen ab, nämlich von ihrer Höhe und ihrer Dauer, und zwar in jedem Einzelfall. Wer über lange Zeit kontinuierlich sozialversicherungspflichtige Arbeit geleistet und Beiträge zur Rentenversicherung abgeführt hat, der erhält, hier einmal abgesehen von den Verzerrungen durch „versicherungsfremde Leistungen“, mehr als Menschen, die das nicht getan haben, oder deren Beiträge vergleichsweise niedrig waren.

Das nicht als gerecht anzusehen ist ein Denkfehler. Nicht gerecht ist es vielmehr, den Einzahlenden nicht die ihnen zustehenden Ausgaben (Renten) zu gewähren, indem zu ihren Lasten umverteilt wird, zu Gunsten von Personen, die zu wenig eingezahlt haben für die Auszahlungen, die sie tatsächlich erhalten; dieser finanzielle Anteil müßte vollständig aus Steuermitteln gezahlt werden.

Was hier eigentlich thematisiert wird, das sind die häufig unterschiedlichen Erwerbsbiographien von Männern und Frauen.

Daraus ergeben sich bei Männern und Frauen Nachteile. Bei Frauen sind logischerweise die Rentenansprüche niedriger als bei Männern, wenn sie lebenslang weniger Lohnarbeit leisten und daher weniger und kürzer in die Rentenversicherung einzahlen, und bei Männern steht den vergleichsweise höheren Rentenansprüchen eine höhere berufliche Vernutzung ihrer Arbeitskraft gegenüber. Männer überarbeiten und erschöpfen sich häufig, und sie gehen nahezu allein gefahrgeneigter und sehr belastender Arbeit nach, ihre statistische Lebenserwartung ist nicht zuletzt deshalb deutlich kürzer als die der Frauen.

Männer leben viel zu oft, um zu arbeiten, anstatt zu arbeiten, um gut zu leben.