Medienspiegel

Interview mit Rainer Mausfeld

„Das ist eine Phantom-Mitte, unter deren Mäntelchen sich die Täter als Retter ausgeben“

„Die Bundestagswahl am 24. September ist, wie erwartet, seit Wochen ein zentrales Thema in den Medien. Doch der Meinungskorridor in der Berichterstattung zur Wahl ist eng. In den politischen Talkshows, den Nachrichtensendungen und in dem, was als Analysen angepriesen wird, findet oftmals nur eine sehr oberflächliche Auseinandersetzung mit den Wahlen statt. Die NachDenkSeiten nahmen diese Beobachtung zum Anlass, ein Interview mit dem Kieler Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Professor Rainer Mausfeld zu führen. Mausfeld, der dafür bekannt ist, mit einem kritischen Auge auf Politik und Herrschaftsstrukturen zu schauen, sagt im NachDenkSeiten-Interview unter anderem: „Regierung, Regierungsparteien und Medien betreiben einen großen Aufwand, um unseren Blick auf die gesellschaftlichen Realitäten zu trüben und zu verstellen.“ Das Interview führte Marcus Klöckner.

Herr Mausfeld, bald stehen die Bundestagswahlen an. Welche Partei den Kanzler stellen wird und welche Parteien miteinander eine Koalition bilden werden, ist abzusehen.
Positiv könnte man sagen: Gut, die „politische Mitte“ wird das Land weiter regieren.
Wie sehen Sie das?“ (…)

„Das ist eine Phantom-Mitte, unter deren Mäntelchen sich die Täter als Retter ausgeben“

Kommentar GB:

Es wird hier von Rainer Mausfeld vieles gesagt, was sicher richtig und wichtig ist.

Eine Täuschung und ein Irrtum hier besteht aber darin, daß auch die LINKE Teil des derzeitigen Parteien – Kartells ist, denn sie opponiert lediglich partiell in der Steuer- und Sozialpolitik, teilt aber auf anderen minoritätspolitischen Feldern, wie Feminismus, Genderismus und islamophile Immigrationspolitik die Positionen der anderen Parteien, teils im Widerspruch zu ihrer eigenen Klientel, die sie deshalb – wie die SPD – nicht mehr halten kann. Die Zugehörigkeit zu einem Parteienkartell schließt normalerweise Differenzen und begrenzte Widersprüche ein; dennoch überwiegen die Gemeinsamkeiten und vor allem die Eigeninteresssen an der Aufrechterhaltung des Kartells. In der Bundestagswahl 2017 geht es deshalb in erster Linie um die Frage, ob dieses Parteienkartell politisch gesprengt werden wird, also aufhört zu existieren, und wie sich die Parlamentsparteien ggf. danach mehr oder weniger neu aufstellen werden, bis hin zu der Frage nach einer neuen Regierung und ihrem Programm sowie der Frage nach der parlamentarischen Opposition.