Medienspiegel

Griechenlands Bankrott

  • Von Thomas Mayer
  • Aktualisiert am 21.10.2017

Es ist nicht zu erwarten, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen wird. Europa muss aufhören, sich etwas vorzumachen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/mayers-weltwirtschaft-griechenlands-bankrott-15257231.html

Kommentar GB:

Uneinbringliche Forderungen sind bekanntlich abzuschreiben. Das wäre bereits gleich nach Ausbruch  der Finanzkrise fällig gewesen. Herr Rösler (FDP) hat das damals klar gesehen und auch öffentlich ausgesprochen, aber nur ganz leise. Stattdessen wurde in Europa mit kettenartiger Kreditprolongationen bewußt eine organisierte Insolvenzverschleppung betrieben, deren Sinn neben der Durchsetzung einer Privatisierungspolitik in Greichenland der Gläubigeraustausch gewesen sein dürfte. Die Alt-Gläubiger brauchten so die Verluste nicht zu realisieren, konnten sich nach der Stabilisierung Griechenlands durch Kreditprolongation von ihren Papieren trennen und waren die wertlosen Forderungen ohne vorherige Abwertung los, zu Lasten der Neu-Gläubiger, die nicht gefragt wurden, und die von ihrem Unglück noch nichts wissen: es sind die Steuerzahler. Es ging um die Sozialisierung der Verluste reicher Leute aus privaten Investments. Jetzt muß die Politik nur noch einen Weg finden, die unvermeidlichen Abschreibungen dem Michel propagandistisch so zu erklären, daß der das ganz prima findet. Vielleicht hat die EKD dazu eine gute Idee?