Medienspiegel

Über „fühlen“ und „mitnehmen“

Wie Politik und Medien durch Sprache die Wirklichkeit verschleiern

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

„Sprache ist verräterisch. Zwei Floskeln und Aussagen, die immer wieder auftauchen, wenn Politiker und Journalisten über diejenigen reden, die ihr Vertrauen in die etablierten Parteien verloren haben, fallen seit geraumer Zeit besonders auf. Wann immer Politiker und Medienvertreter davon sprechen, dass sich Menschen „abgehängt fühlen“ oder dass man sie „mitnehmen“ müsse, kommen zwei Formulierungen zum Ausdruck, die beispielhaft dokumentieren: Die herrschende Sprache wirkt oft harmlos, aber sie vermag es, ganze Diskurse zu sabotieren.“ Eine Analyse von Marcus Klöckner

Quelle: Nachdenkseiten

4. Oktober 2017 um 11:26 Uhr | Verantwortlich:

Über „fühlen“ und „mitnehmen“: Wie Politik und Medien durch Sprache die Wirklichkeit verschleiern

Kommentar GB:

Ein sehr empfehlenswerter Text, der implizit die zahlreichen Beispiele auf weiteren Politikfeldern einschließt, die angeführt werden könnten und müßten.

Die Redeweise von der Islamisierung zum Beispiel ist kein Ausdruck einer „Islamophobie“, also keine krankhafte Angststörung, sondern sie ist in der Sache selbst begründet, und deshalb handelt es sich, wie der immigrationsbedingt stattfindende und für jeden wahrnehmbare und politisch-praktisch umstrittene gesellschaftliche Wandel zeigt und wie besonders die massenhaften Gewaltaten und Anschläge empirisch belegen, um eine nüchterne Tatsachenfeststellung und zugleich um eine real vollkommen begründete Befürchtung, der gegenüber sich sich der islamische Kampfbegriff der Islamophobie blamiert.