Medienspiegel

„Deutsch-Werden“ mit Frank-Walter Steinmeier?

8. Oktober 2017

Kolumne von Ferdinand Knauß

Bislang war mit Integration von Zuwanderern vor allem ein Arbeitsplatz gemeint. Nun fordert der Bundespräsident kulturelle Assimilation – ausgerechnet da, wo das Deutsch-Sein am wenigsten attraktiv ist.

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/knauss-kontert-deutsch-werden-mit-frank-walter-steinmeier/20423110-all.html

Kommentar GB:

Fazit: „Die Migrationsgeschichte lehrt, dass Zuwanderung die aufnehmenden Länder und Gesellschaften grundlegend verändert. Nicht nur ökonomisch und sozial. Kein gesellschaftlicher Bereich, auch nicht das öffentliche Geschichtsbewusstsein, wird davon völlig verschont bleiben können.“

Vieles spricht dafür, daß unsere deutschen oder sonstigen europäischen Traditionsstränge in den Schulen nicht weiter zu vermitteln sein werden, und daß sie daher abreißen werden, denn wie sollen sie nachwachsenden Generationen nahöstlichen Ursprungs vermittelt werden?

Die Sachsenkaiser, das christlich-katholische Mittelalter, die Hanse, die Reformation, der dreißigjährige Krieg, die Goethezeit, die Gechichte der Malerei und der Musik, das alles ist doch gar nicht ihre Geschichte. Sie können sie zwar als Schulstoff lernen, so wie wir die Geschichte der Morgenlandes oder Chinas erlernen können. Aber wir werden, wenn wir das tun, sowenig zu Chinesen, wie Morgenländer nicht zu Europäern werden. Psychologisch gesehen, geht sie das alles sehr wenig, eigentlich gar nichts an.

Uns hingegen geht unsere Geschichte – unsere gesamte Geschichte wohlgemerkt, also einschließlich der Geistesgeschichte – sehr wohl etwas an, sogar sehr viel, und gerade auch in psychischer Hinsicht. Ein Besuch in Weimar (und in Buchenwald) zum Beispiel bedeutet einem Deutschen wohl mehr und noch etwas anderes als einem Nicht-Deutschen oder gar Nicht-Europäer.

Denn es ist unsere Geschichte.

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