Medienspiegel

Oktoberrevolution

Es war einmal eine Utopie

100 Jahre Russische Revolution – und was daran bis heute zum Staunen ist.

Ein Kommentar.

von

http://www.tagesspiegel.de/politik/oktoberrevolution-es-war-einmal-eine-utopie/20548074.html

http://www.tagesspiegel.de/wissen/100-jahre-oktoberrevolution-diktatur-ueber-das-proletariat-und-alle-anderen/20543032.html

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2017/02/oktoberrevolution-russland-erster-weltkrieg/komplettansicht

https://www.novo-argumente.com/artikel/1917_ein_hoch_auf_den_roten_oktober

Kommentar Hartmut Krauss:

„Trotz Steuer- und Wahrnehmungsoasen:

Immer deutlicher zeichnen sich auf allen relevanten Systemebenen der gesamtgesellschaftliche Niedergang und die soziale Verwüstung des westlichen Kapitalismus ab, deren Bewegungszusammenhänge ich hier weglasse. Viele wehklagen darüber angesichts einer großen Menge täglicher Eindrücke und Informationen mit einer Mischung aus Resignation, Ratlosigkeit und blockierter Wut.

Und tatsächlich, ohne eine grundlegende Umwälzung wird keine Verbesserung der Lage mehr möglich sein. Aber diese Einsicht scheuen die meisten noch, während die anderen sich bereits mit dem Niedergang abgefunden haben.

Ein Grund dafür ist auch die unrealistische und lernverweigernde Verarbeitung von gesellschaftlichen Umbrüchen im Kontext von ideologischen Zerrbildern.  

Wurde die „Oktoberrevolution“ einerseits im dogmatischen Parteikommunismus triumphalistisch heroisiert, zeichnete der bürgerlich-kapitalistische Antikommunismus von ihr ein defätistisch-dämonisierendes Bild.

Deshalb zum heutigen 100. Jahrestag der Russischen Revolution zwei ältere, aber nicht veraltete Texthinweise für eine etwas genauere Betrachtung.

http://www.glasnost.de/autoren/krauss/okrev1.html

http://www.glasnost.de/autoren/krauss/lenin1.html 

und noch einmal Hartmut Krauss:

„Zum heutigen 100. Jahrestag der russischen Revolution meine Empfehlung an die deutsche „Linke“:

Das kritisch- intellektuelle Minimum für eine halbwegs angemessene Herangehensweise wäre zumindest das traditionskommunistisch erreichte Einsichtsniveau bzgl. der Konstitution der islamisch codierten Herrschaftsverhältnisse:

„In Bezug auf die zurückgebliebenen Staaten und Nationen, in denen feudale oder patriarchalisch-bäuerliche Verhältnisse überwiegen, muß man insbesondere im Auge behalten … die Notwendigkeit, die Geistlichkeit und sonstige reaktionäre und mittelalterliche Elemente zu bekämpfen, die in den zurückgebliebenen Ländern Einfluß haben; …. die Notwendigkeit, den Panislamismus und ähnliche Strömungen zu bekämpfen, die die Befreiungsbewegungen gegen den europäischen und amerikanischen Imperialismus mit einer Stärkung der Positionen der Khane, der Gutsbesitzer, der Mullahs usw. verknüpfen wollen.“ (Lenin Werke Band 32, S.137).

Kommentar GB:

Was von der SU geblieben ist, das ist die 1949 gegründete VR China, deren vor allem von Deng durch Abweichung vom planwirtschaftliche Sozialismus erreichten sozio-ökonomischen Erfolge auffällig sind.

Allerdings geht es nicht allein um diese, es geht ebenso um fehlende individuelle Freiheit, um Recht und um Demokratie.

Statt dessen hat sich in China ein autoritäres Regime etabliert, aus Kaiser und Mandarinat, bzw. aus Xi (zuvor Mao, dann Deng) und der Kommunistischen Partei mit ca. 80 Mio. Mitgliedern. China ist dabei, wieder zum „Reich der Mitte“ zu werden, aber nun in globalem Maßstab, und zwar nicht primär militärisch, sondern durch sein einzigartig großes Gewicht. Die sozioökonomischen Erfolge werden jetzt schon und zukünftig verstärkt in wissenschaftliche und technologische Erfolge übersetzt werden.

China dürfte bei ungebrochener Weiterentwicklung in den nächsten Jahrzehnten bei den technologischen Innovationen nach und nach führend werden, und genau das ist entscheidend.

Hierzu auch:

What about China?